Die wahren Hintergründe des Grönland-Konflikts

Der Grönland-Streit beschäftigt nach wie vor die Anlegergemüter. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos kam es nun offenbar zu einer Einigung. Auch wenn die Details des Abkommens bislang nicht vollständig bekannt sind, ist eines klar: Die USA sichern sich eine deutlich stärkere militärische und wirtschaftliche Kontrolle über die Insel.

Konkret soll den USA ein Mitbestimmungsrecht eingeräumt werden, sobald andere Länder in Grönland investieren oder Rohstoffe explorieren wollen. Für große US-Investoren ist das eine komfortable Ausgangslage. Wenn die USA künftig als Gatekeeper auftreten, wird der Zugang für sie spürbar erleichtert.

In Europa überwiegt zunächst die Erleichterung, dass eine formale Übernahme jetzt vorerst vom Tisch ist. Allerdings wurden dafür von Seiten der Europäer weitreichende Zugeständnisse gemacht. Genau das war Trumps Ziel. Mit taktischem Druck hat er eine langfristige strategische Position gestärkt. Ein Schachspieler würde hier von einer gelungenen Kombination sprechen.

Ich sehe darin jedoch noch eine zweite Ebene, die für Dein Depot wichtiger ist als die Schlagzeilen. Hinter der Grönland-Aufregung steckt ein ökonomischer Zwang der mächtigsten Volkswirtschaft der Welt, mit erheblichem Sprengpotenzial.

Der eigentliche Grund

Die USA haben über viele Jahre auf Pump gelebt. Das System war eingespielt. Amerika gab Staatsanleihen aus, die Welt kaufte sie, und im Gegenzug flossen Güter und Wertschöpfung ins Land. Dollars gingen hinaus, Waren kamen hinein.

Jetzt kippt diese Komfortzone. Die Zinslast der USA ist deutlich gestiegen, während das Staatsdefizit weiter wächst. Aus einem Thema, das früher nach Buchhaltung klang, wird politischer Druck.

Jede Refinanzierung kostet mehr. Jede neue Schuldenrunde fällt schwerer. Tatsächlich sind die Staatschulden der USA zuletzt auf rund 38 Bio. USD gestiegen (siehe Chart unten).

Das bremst nicht nur das Wachstum, es belastet auch das Vertrauen in den Dollar. Manche Ökonomen sprechen bereits von einer drohenden Staatspleite. Genau dieses Szenario will jede US-Administration vermeiden. Trump erst recht.

Trumps Notbremsen

Aus meiner Sicht setzt Trump auf zwei Hebel, die schnell wirken und sich politisch gut verkaufen lassen:

Der erste Hebel sind Zölle. Damit verteuert er Importe und erhöht den Druck, Produktion zurück in die USA zu holen. Das Ziel ist klar. Die eigene Industrie soll stärker werden, Abhängigkeiten sollen sinken, und die Exportseite soll wieder mehr Gewicht bekommen.

Der zweite Hebel ist der Zugriff auf strategische Assets. Rohstoffe, Energie, seltene Erden und Infrastruktur werden in dieser Phase zur Absicherung. Genau darum geht es bei Grönland, aber auch bei Ländern wie Venezuela oder der Ukraine. Es geht um Kontrolle über knappe Ressourcen.

Drei Thesen, die jetzt zählen

Erstens bleibt der Dollar unter Druck. Die USA wollen ihre Wettbewerbsfähigkeit aktiv stärken, und ein schwächerer Dollar ist dabei ein zentrales Instrument. Für Anleger ist das tückisch, weil Renditen aus US-Anlagen in Dollar solide wirken können, in Euro gerechnet jedoch spürbar schrumpfen.

Zweitens wird Europas Souveränität zur Überlebensfrage. Militärisch, energetisch und vor allem digital. Europa rüstet nicht aus politischem Ehrgeiz auf, sondern aus Zwang. Diese Investitionen sind eine Reaktion auf Abhängigkeiten, die man sich künftig nicht mehr leisten kann.

Drittens verliert Big Tech langfristig an strukturellem Einfluss. Mit dem Aufbau digitaler Unabhängigkeit im wichtigsten Markt außerhalb der USA wird die Vormachtstellung amerikanischer Plattformen systematisch infrage gestellt. Nicht abrupt, aber dauerhaft.

Die Faktenlage

Ich fasse zusammen: Wir befinden uns aktuell in einer Phase des imperialistischen Protektionismus. Die regelbasierte Weltordnung und alte Allianzen verlieren an Bedeutung. Gleichzeitig ist der Aktienmarkt teuer bewertet.

Das ist eine selten explosive Mischung. Es braucht keinen großen Schock. Es reichen kleine Auslöser, und plötzlich kippt die Stimmung.

Vor diesem Hintergrund gerät das Erfolgsrezept der letzten Jahre zunehmend ins Wanken. Wer überwiegend auf US-Werte setzt oder amerikanische Tech-Giganten übergewichtet, läuft Gefahr, von dieser Entwicklung überrollt zu werden.

So schütze ich meine Depots

Ich habe diesen Paradigmenwechsel nicht erst jetzt erkannt. Bereits 2024 habe ich begonnen, meine Depots an das neue Zeitalter anzupassen und den regionalen Fokus zu ändern.

Seitdem wurde der US-Anteil im Cashflow-Depot schrittweise von 48 % auf 35 % des Depotvolumens reduziert und der europäische Anteil von 19 % auf 35 % deutlich ausgebaut. Insgesamt ergibt sich daraus ein deutlich ausgewogeneres regionales Verhältnis (siehe Chart unten). 

Dabei sind im Depot nicht beliebige Unternehmen geblieben. Es sind Schlüsselplayer und Hidden Champions aus den Bereichen Infrastruktur, IT-Dienstleistungen, Logistik, KI, Robotik, Rüstung sowie Luft- und Raumfahrt.

Es sind Unternehmen mit starken Marktpositionen, deren Geschäftsmodelle auch im Zeitalter der Deglobalisierung funktionieren. Sie sind schwer ersetzbar und können ihre Preise selbst in einem inflationären Umfeld anpassen.

So entstehen inflationsrobuste Cashflows, die aus echter Notwendigkeit im Alltag der Kunden resultieren. Ein wesentlicher Grund, warum das Cashflow-Depot seit Auflegung im September 2023 auf eine Rendite von rund 18 % pro Jahr kommt, trotz hoher Bargeldreserven.

Wie ich diese Bausteine im Depot kombiniere, wie ich gewichte und welche Anpassungen ich als Nächstes vornehme, liest Du direkt im Premiumbrief, inklusive aktueller Kurse und meiner Einordnung.

Dort erhältst Du zusätzlich Zugriff auf drei weitere Depots (ETF-, Stillhalter- und Wachstumsdepot) sowie auf alle Premium-Tools und den Cloud-Bereich. 

Das Cashflow-Depot kannst Du auch einzeln für drei Monate hier testen.

Newsletter abonnieren

Teilen

Schreibe einen Kommentar