Trumps Waffenstillstand: Echte Wende oder nur eine Atempause?

Trumps Waffenstillstand

Die Börse liebt die schnelle Entwarnung. Notfalls erfindet sie sich eine. So wie gestern: Trump meldet einen Waffenstillstand, Öl fällt, Aktien springen, und sofort wirkt es wieder so, als hätte sich das große Bild gedreht.

Die aktuelle Erleichterungsrally baut allerdings auf einer nur befristeten Feuerpause auf, die an die Wiedereröffnung der Straße von Hormus geknüpft ist. An der Grundstruktur hat sich jedoch nur wenig geändert. Seit Monaten kommen wir im Kern nicht sauber voran.

Viel Bewegung. Viel Hoffnung. Viel Rotation. Eine bullische Stimmung kommt da bei mir nicht wirklich auf. Übergeordnet verharren die Indizes in einem zähen Seitwärtskanal. Das ist kein Markt, in dem ich schon die Handbremse lösen will.

Positiv stimmt mich lediglich der Blick auf den Cashflow-Profi-Indikator (CPI), meinen Premium-Barometer für die Marktbewertung, der seit Beginn der Korrektur um 11 Punkte geklettert ist (siehe Chart unten). In meinem Börsenbrief stocke ich daher seit mehreren Wochen schrittweise meine Bestandspositionen auf.

Die Vorsicht bleibt für mich trotzdem Pflicht. Der Aktienmarkt hat zwar gegenüber Anfang 2026 an Attraktivität gewonnen, wir befinden uns aber weiter in einem neutralen Marktumfeld.

Warum ich weiter nur sehr selektiv kaufe

Der erste Grund ist simpel. Diese Erleichterung steht auf schmalem Fundament. Wenn ein Markt nach so einer Nachricht sofort in den alten Reflex kippt, ist das noch kein Beweis für neue Stabilität. Es ist erst einmal Erleichterung. Mehr nicht. Und Erleichterung kann schnell wieder aus den Kursen weichen.

Der zweite Grund liegt tiefer. Die fundamentale Lage hat sich durch diese Nachricht nicht nachhaltig verändert. Der Markt ist in seiner Breite nach wie vor nicht günstig. Das gilt vor allem für Technologiewerte, bei denen noch immer viel Hoffnung im Kurs steckt.

Gleichzeitig bleiben die makroökonomischen Risiken auf dem Tisch. Reuters berichtet über erste Stresszeichen im kurzfristigen US-Kreditmarkt. Dazu kommen die bekannten Unsicherheiten rund um Inflation, Energie, Wachstum und den weiteren Zinspfad.

Für mich ist das keine Basis, um plötzlich breit und sorglos zuzuschlagen. Es ist eine Lage, in der ich weiter eng am Risiko bleibe und sehr sauber auswähle. Ich kaufe dort, wo echte Nachfrage entsteht. Dort, wo Investitionen laufen. Dort, wo ein Unternehmen von einer Position in der Wertschöpfung lebt.

Schaufelverkäufer haben geliefert

Mein Fokus bleibt deshalb auf Schaufelverkäufern, weil das Chance-Risiko-Verhältnis dort für mich sauberer aussieht. Selektiv. Ohne Hektik. Ohne FOMO.

Modine ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie die Schaufelverkäufer-Strategie funktioniert. Ich habe die Aktie in meinem ersten Schaufelverkäufer-Report Anfang Dezember 2025 vorgestellt. Seitdem hat sie rund 50 % zugelegt. Und das in einem insgesamt schwachen Marktumfeld. Grund: Modine sitzt über Rechenzentrumskühlung und thermisches Management an einem Engpass der KI-Infrastruktur, der mit jedem neuen Datenzentrum wichtiger wird.

Allerdings sind Modine und viele weitere amerikanische Schaufelverkäufer mittlerweile hoch bewertet. Das Chance-Risiko-Verhältnis für einen Neueinstieg ist schlichtweg zu teuer geworden.

Deshalb wandert mein Blick für neue, selektive Positionen über den Atlantik.

Europas wahre Gewinner im Fokus

Denn während die USA das Rampenlicht dominieren, baut sich in Europa eine ganz eigene, fast noch gewaltigere Dynamik auf. Der Ruf nach digitaler Unabhängigkeit wird hier immer lauter. Wir wollen nicht länger nur Zuschauer oder Käufer in der KI-Revolution sein.

Europa investiert massiv in technologische Souveränität – in eigene Kapazitäten bei Halbleitern, Energie und industrieller Basis. Hier geht es nicht nur um Innovation, sondern um strategische Resilienz.

In meinem neuen Spezialreport habe ich genau die 5 Unternehmen aus mehreren europäischen Ländern herausgefiltert, die an diesen neuen Engstellen sitzen. Sie stehen nicht im Rampenlicht, aber sie liefern die Infrastruktur, ohne die dieser Umbau auf unserem Kontinent nicht möglich wäre.

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