30-jährige US-Anleihen: Rendite klettert auf höchsten Stand seit 2004


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Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen ist am Donnerstag auf bis zu 5,44 % gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2004 erreicht. Der massive Renditeanstieg bei den langlaufenden Papieren setzt die globalen Aktienmärkte unter Druck und verteuert die langfristige Kreditaufnahme weltweit spürbar.

Wirtschaftsdaten und Ölpreis treiben Renditen

Auslöser des jüngsten Ausverkaufs am US-Rentenmarkt waren unerwartet robuste Konjunkturdaten sowie anziehende Energiepreise. Nach Erhebungen von S&P Global kletterte der Einkaufsmanagerindex für die Produktion auf 57,0 Punkte, während der Rohölpreis der Sorte Brent wieder über die Marke von 105 USD je Barrel stieg.

Die Kombination aus anhaltender Wirtschaftsdynamik und steigenden Energiekosten schürt an den Finanzmärkten neue Inflationssorgen. In der Folge preisen Zinstermingeschäfte eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 70 % für eine erneute Leitzinserhöhung der Federal Reserve im Oktober ein.

Druck auf Zinskurve und Staatsfinanzen

Neben den 30-jährigen Papieren kletterten auch die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 5,12 % und verharren damit auf dem höchsten Niveau seit 2007. Investoren fordern angesichts anhaltend hoher Haushaltsdefizite und steigender Emissionsvolumina der US-Regierung eine spürbar höhere Risikoprämie für langfristig gebundenes Kapital.

Auch an den europäischen Rentenmärkten zogen die Zinsen im Gleichlauf an. Die Rendite richtungsweisender zehnjähriger Bundesanleihen legte um 6 Basispunkte auf 3,61 % zu.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • Rendite 30-jährige US-Staatsanleihen: 5,44 % (Höchststand seit 2004)
  • Rendite 10-jährige US-Staatsanleihen: 5,12 % (Höchststand seit 2007)
  • Rendite 10-jährige Bundesanleihen: 3,61 %
  • S&P Global Produktionsindex USA: 57,0 Punkte (Erwartung: 53,6 Punkte)
  • Marktwahrscheinlichkeit Fed-Zinserhöhung Oktober: über 70 %
Kennzahlen im Überblick
Darstellung: Cashflow Profi | Werte aus dem Artikel

Einordnung für Anleger

Die Mehrjahreshöchststände bei den Anleiherenditen erhöhen den Bewertungsdruck auf Aktien und verteuern Unternehmenskredite sowie Baufinanzierungen. Sollten die kommenden Verbraucherpreisdaten keine rasche Entspannung signalisieren, drohen an den Aktienmärkten weitere Kursverluste, während Neuengagements am langen Ende des Rentenmarkts zwar historisch hohe laufende Zinsen bieten, aber kurzfristig mit erhöhten Kursschwankungen verbunden bleiben.

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