Das chinesische Industrieministerium bereitet die Freigabe von Nvidias neuem Workstation-Chip RTX Pro 5500 für heimische Technologiekonzerne wie ByteDance und Alibaba vor. Die Aussicht auf zusätzliche Hardware-Verkäufe im restriktiven China-Geschäft setzte zu Wochenbeginn vor allem Aktien lokaler Halbleiterhersteller unter Verkaufsdruck.
Behörden fragen Stückzahlen und Einsatzzwecke ab
Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) forderte führende Technologiekonzerne auf, geplante Abnahmemengen sowie konkrete Nutzungsszenarien für den neuen Grafikprozessor einzureichen. Vertreter der Behörde signalisierten den Unternehmen dabei die Absicht, entsprechende Einkäufe offiziell zu bewilligen.
ByteDance erwägt laut Branchenberichten eine Großbestellung von bis zu einer Million Einheiten des Spezialprozessors. Nvidia plant für den chinesischen Markt ab Ende Dezember 2026 Auslieferungen von rund 500.000 Stück pro Quartal.
Workstation-GPU umgeht US-Exportbeschränkungen
Der auf der Blackwell-Architektur basierende Grafikprozessor verfügt über 84 GB Arbeitsspeicher und ist primär für Workstations konzipiert. Da die Hardware nicht unter die US-Exportverbote für reine Rechenzentrums-Beschleuniger fällt, bietet sie chinesischen Cloud-Betreibern eine legale Option für rechenintensive Anwendungen.
In China liegt der geplante Stückpreis bei 85.000 bis 90.000 Yuan, was umgerechnet rund 13.000 USD entspricht. Chinesische Anbieter planen den Einsatz in Server-Racks, um jeweils acht Einheiten pro Server für KI-Inferenzaufgaben zu bündeln.
Chinesische Halbleiter-Aktien geben deutlich nach
Die Nachricht führte an den asiatischen Börsen zu spürbaren Kursverlusten bei chinesischen Chipherstellern. Die Aktie des führenden Auftragsfertigers SMIC verlor 3,7 %, während Wettbewerber Hua Hong Semiconductor um fast 5 % nachgab.
Nvidia stellt für das laufende Quartal einen Gesamtumsatz von 108 Mrd. USD in Aussicht und klammert chinesische Rechenzentrumserlöse vorsorglich aus der Prognose aus. Mögliche Lieferungen der Workstation-Karten würden daher als unberücksichtigtes Zusatzgeschäft verbucht werden.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
- ByteDance-Bedarf: Bis zu 1,0 Mio. Einheiten des RTX Pro 5500
- Nvidia-Lieferziel: Rund 500.000 Einheiten pro Quartal für China ab Ende Dezember 2026
- Stückpreis China: 85.000 bis 90.000 Yuan (rund 13.000 USD)
- Quartalsprognose Nvidia: 108 Mrd. USD Gesamtumsatz
- Kursreaktion SMIC: Kursrückgang um 3,7 %
Einordnung für Anleger
Die anstehende Freigabe der RTX-Pro-5500-Chips eröffnet Nvidia in China ein beträchtliches Zusatzgeschäft, das in der aktuellen Quartalsprognose von 108 Milliarden USD noch gar nicht einkalkuliert ist. Cashflow Profi ist in dem Halbleiterwert investiert, der seit Aufnahme rund 113 % im Plus liegt, und bewertet die Aktie weiterhin positiv. Mit 86 von 100 Punkten untermauert auch der CP-Score diese Einschätzung.
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Hinweis auf Interessenkonflikte: Dieser Beitrag stellt eine Meinung des Autors dar. Der Herausgeber hält Aktien des besprochenen Unternehmens: Nvidia. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Autor, Herausgeber oder Mitarbeiter beabsichtigen, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern, und könnten dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.
