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OpenAI: Umsatzrate von 50 statt 70 Milliarden Dollar drückt KI-Aktien
Ein Bericht über die tatsächliche Umsatzrate von OpenAI hat am Donnerstag die Aktienkurse führender Technologie- und Halbleiterkonzerne belastet. Laut aktuellen Finanzunterlagen für Investoren belief sich der annualisierte Umsatz Ende September auf rund 50 Mrd. USD statt der zuvor im Markt kursierenden 70 Mrd. USD.
Rechenmethode verursacht Diskrepanz von 20 Milliarden Dollar
Die Differenz von rund 20 Mrd. USD geht auf unterschiedliche Erfassungsmethoden im Vergleich zum Wettbewerber Anthropic zurück. Während Anthropic auch Erlöse über Cloud-Partner wie AWS oder Google Cloud einrechnet, weist OpenAI diese externen Umsätze in der eigenen Kennzahl nicht aus.
Investoren hatten im Sommer versucht, die Erlöse beider KI-Unternehmen anzugleichen, und die OpenAI-Basis für Juli auf etwa 40 Mrd. USD geschätzt. Nach intern gemeldeten Zuwächsen von über 70 % errechneten Marktbeobachter daraus eine Jahresrate von 70 Mrd. USD, obwohl die tatsächliche Ausgangsbasis im Juli bei knapp 30 Mrd. USD lag.
Halbleiter- und Cloud-Werte geraten unter Verkaufsdruck
An den US-Börsen löste die Richtigstellung deutliche Kursverluste bei Ausrüstern und Rechenzentrumspartnern aus. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,7 %, während Halbleitertitel noch stärkere Abgaben verzeichneten.
Besonders die Aktie des Infrastrukturpartners Oracle verlor rund 5 % an Wert. Auch die Anteilscheine von Nvidia fielen um 2,9 %, während Micron um 4 % und AMD um über 3 % nachgaben.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
- Annualisierter OpenAI-Umsatz per Ende September: rund 50 Mrd. USD
- Zuvor kolportierte Markterwartung: rund 70 Mrd. USD
- Diskrepanz durch Partner-Cloud-Erlöse: rund 20 Mrd. USD
- Tagesverlust der Oracle-Aktie: rund -5 %
- Rückgang des Nasdaq 100: -1,7 %

Einordnung für Anleger
Die korrigierte Umsatzrate dämpft die hohen Markterwartungen an das unmittelbare Monetarisierungstempo im Sektor der generativen KI. Anleger müssen sich künftig stärker an geprüften Bilanzen statt an unauditierten Hochrechnungen orientieren, da die immensen Infrastrukturausgaben der Branche eine tragfähige Refinanzierung verlangen.
