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Commerzbank-Übernahme: EZB genehmigt UniCredit die Kontrollübernahme
Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) hat der italienischen Großbank UniCredit die Genehmigung erteilt, ihre Beteiligung an der Commerzbank über die 30-Prozent-Schwelle hinaus auszubauen und die Kontrolle zu übernehmen. Damit fällt eine zentrale aufsichtsrechtliche Hürde für eine der größten grenzüberschreitenden Bankenfusionen in Europa.
UniCredit steuert auf Mehrheit bis Jahresende zu
Die Entscheidung der EZB erlaubt es UniCredit, die Beteiligung an der Commerzbank ohne feste Obergrenze zu erhöhen. Durch die Umwandlung bisher über Tauschangebote und Derivate gesicherter Positionen in direkte Aktien soll der Stimmrechtsanteil der Mailänder Bank bis zum Jahresende auf rund 50 % steigen.
UniCredit bezeichnete den Beschluss als entscheidenden Meilenstein für das Übernahmevorhaben. Vor dem endgültigen Vollzug stehen noch weitere aufsichtsrechtliche Schritte sowie die wettbewerbsrechtliche Genehmigung durch die EU-Kommission aus.
Widerstand in Frankfurt und Berlin bleibt ohne Hebel
Der Vorstand der Commerzbank um Chefin Bettina Orlopp hatte sich monatelang gegen den Zusammenschluss gewehrt und die Eigenständigkeit des Instituts verteidigt. Auch die Bundesregierung, die weiterhin rund 13 % an der Commerzbank hält, äußerte scharfe Bedenken hinsichtlich möglicher Arbeitsplatzverluste und des Einflusses auf die Mittelstandsfinanzierung.
Mit der Freigabe durch die Bankenaufsicht verliert die Abwehrstrategie in Deutschland ihr stärkstes regulatorisches Hindernis. Die EZB unterstützt grenzüberschreitende Fusionen im Euroraum seit Jahren, um die Marktintegration und die Stabilität des europäischen Bankensektors zu fördern.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
- Beteiligungsschwelle: Erlaubnis zur Überschreitung von 30 % ohne Obergrenze
- Erwarteter Stimmrechtsanteil: Rund 50 % bis Jahresende 2026
- Bundeskontingent: Bund hält unverändert gut 13 % an der Commerzbank
- EU-Fusionskontrolle: Entscheidung der EU-Kommission bis zum 16. November 2026 terminiert
- Mitarbeiter: Rund 40.000 Vollzeitstellen bei der Commerzbank betroffen

Einordnung für Anleger
Mit der behördlichen Genehmigung verringert sich das regulatorische Risiko einer Blockade der Übernahme signifikant, womit die wettbewerbsrechtliche Prüfung der EU-Kommission im November zum letzten verbleibenden Prüfstein wird. Für Commerzbank-Aktionäre zementiert dieser Schritt die Kontrollübernahme durch UniCredit, erhöht jedoch gleichzeitig den Integrations- und Restrukturierungsdruck auf das Frankfurter Institut.
Damit dürfte die endgültige Übernahme des deutschen Kreditinstituts durch den italienischen Konkurenten nur eine Frage der Zeit sein.
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Allgemeiner Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiere und andere Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden.

