News

Moderna: Crash!


Artikel anhören

KI-generierte Audioversion

Die Moderna-Aktie ist am Donnerstag im US-Handel zeitweise um mehr als 25 % eingebrochen und verlor in der Spitze rund 24 Mrd. USD an Marktwert. Auslöser des Kurssturzes war die vorzeitige Veröffentlichung klinischer Phase-3-Daten zu einem gemeinsam mit Merck entwickelten Krebsimpfstoff.

Vorzeitige Datenveröffentlichung sorgt für Handelsstopp

Die Teilergebnisse der klinischen Phase-3-Studie INTerpath-001 zum Hoffnungsträger Intismeran Autogene tauchten am Donnerstag überraschend auf dem Fachportal Oncology Central auf. Die offizielle Vorstellung der Untersuchungsergebnisse war eigentlich erst für den 24. Oktober 2026 auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology in Madrid angesetzt.

Aufgrund der extremen Kursschwankungen setzte die Börse den Handel mit den Anteilscheinen des Unternehmens vorübergehend aus. Der plötzliche Kursrutsch beendete eine monatelange Rally, die das Papier tags zuvor noch auf ein 52-Wochen-Hoch von 254,48 USD getrieben hatte.

Hohe Erwartungen nach Phase-2-Werten verfehlt

In der klinischen Studie senkte die Kombination aus dem personalisierten mRNA-Vakzin und dem Krebsmedikament Keytruda das Risiko eines Rückfalls oder des Todes bei Patienten mit schwarzem Hautkrebs um 42 %. Nach zwei Jahren lebten 82,2 % der Behandelten in der Kombinationsgruppe ohne Rückfall, verglichen mit 70,0 % unter der reinen Monotherapie mit Keytruda.

Die Daten wurden an 1.137 Patienten erhoben, blieben jedoch hinter den extrem hochgesteckten Markterwartungen zurück. In der vorangegangenen Phase-2-Studie hatte die Risikoreduktion noch bei 49 % gelegen.

Analysten stuften eine Marktzulassung des Vakzins zwar weiterhin als wahrscheinlich ein. Gleichzeitig wiesen Marktbeobachter darauf hin, dass der tatsächliche kommerzielle Erfolg der Therapie nach diesen Daten weitaus unsicherer bewertet werden muss.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • Kursverlust der Moderna-Aktie (Intraday-Tief): Über -25 %
  • Risikoreduktion für Rückfall oder Tod (Phase 3): 42 % (Phase 2: 49 %)
  • Tumorfreie 2-Jahres-Überlebensrate: 82,2 % (Vergleichsgruppe: 70,0 %)
  • Teilnehmerzahl der INTerpath-001-Studie: 1.137 Patienten
  • Offizielle Datenpräsentation auf dem ESMO-Kongress: 24. Oktober 2026

Einordnung für Anleger

Der abrupte Kursrutsch verdeutlicht, wie extrem die Erwartungen an den Hoffnungsträger Intismeran Autogene waren; trotz intakter Zulassungschancen wiegt die Skepsis über das spätere Erlöspotenzial nun schwer. Mit 43 von 100 Punkten fällt der CP-Score verhalten aus, da vor allem Marge und Free Cashflow das Profil belasten, während die Charttechnik bis zuletzt den stärksten Gegenpol bildete. Bis zur detaillierten Präsentation der Phase-3-Daten im Oktober 2026 müssen Anleger mit anhaltender Volatilität rechnen, solange der Markt das kommerzielle Potenzial der Krebstherapie neu bewertet.

Die Aktie ist zuletzt etwas heiß gelaufen und leidet nun an den überhöhten Erwartungen der Anleger. Der Cashflow Profi bleibt an der Seitenlinie.

Veröffentlicht von