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The Trade Desk: CEO drückt Millionen-Deal trotz 66 % Kursverlust durch
Cashflow Profi bei Google bevorzugen
Die Aktie von The Trade Desk hat im laufenden Börsenjahr rund 66 % an Wert eingebüßt und markierte neue Mehrjahrestiefs. Trotz des Kurssturzes setzte Konzernchef Jeff Green auf einer außerordentlichen Aktionärsversammlung die Neubewertung von Millionen entwerteten Aktienoptionen durch.
Machtdemonstration per Mehrstimmrecht
Der Beschluss senkt den Ausübungspreis für bis zu 15,6 Mio. entwertete Aktienoptionen auf den Stichtagskurs von 12,26 USD ab. Bei der Abstimmung votierten 441,1 Mio. Stimmen für die Annahme des Vorhabens, während 232,5 Mio. Stimmen dagegen abgegeben wurden.
Den Ausschlag gab die Stimmrechtsstruktur des Werbetechnologiekonzerns: Green kontrolliert über stimmrechtsstarke B-Aktien rund 50,2 % der gesamten Stimmen. Ohne die Stimmen des Vorstandschefs lehnten laut Daten des Analysehauses VerityData rund 95 % der außenstehenden Aktionäre die Neufestsetzung ab.
Massive Vergünstigung für das Management
Die Unternehmensführung begründete den Schritt mit der Mitarbeiterbindung, nachdem das Unternehmen im September 15 % der Belegschaft abgebaut hatte. Neben rund 2.300 Mitarbeitern profitieren vier Top-Manager sowie Green persönlich, der rund 1,6 Mio. der betroffenen Optionen hält.
Gegenüber den ursprünglichen Ausübungskursen gewährt die Anpassung einen Nachlass von bis zu 85 %. Für Green bedeutet die Herabsetzung der Optionspreise einen rechnerischen Bewertungsvorteil von über 40 Mio. USD.
Operative Talfahrt und Index-Abstieg
Auslöser der anhaltenden Kursschwäche ist eine deutliche Wachstumsabkühlung im Kerngeschäft mit programmatischer Werbung. Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Konzernumsatz lediglich um 3 %, während der Nettogewinn gegenüber dem Schlussquartal 2025 um fast zwei Drittel einbrach.
Wegen des dramatischen Marktwertverlusts stufte S&P Dow Jones Indices das Unternehmen im September aus dem Leitindex S&P 500 heraus und gliederte die Aktie in den Nebenwerteindex S&P SmallCap 600 ein.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
- Kursverlust seit Jahresbeginn: rund 66 %
- Neu bepreiste Aktienoptionen: bis zu 15,6 Mio. Stück
- Neuer Ausübungspreis: 12,26 USD (Nachlass von bis zu 85 %)
- Stimmrechtsanteil von CEO Jeff Green: 50,2 %
- Ablehnungsquote freier Aktionäre: rund 95 %
Einordnung für Anleger
Die per Sonderstimmrecht durchgesetzte Neubewertung der Manager-Optionen belastet das Vertrauen der Aktionäre in einer ohnehin heiklen operativen Phase zusätzlich. Mit 69 von 100 Punkten fällt der CP-Score zwar solide aus, gestützt auf die finanzielle Stabilität und einen starken Free Cashflow, doch die tief angeschlagene Charttechnik bremst das Gesamtbild deutlich aus. Für eine nachhaltige Bodenbildung muss das Werbetechnologieunternehmen nun operativ beweisen, dass die drastische Wachstumsabkühlung im Kerngeschäft gestoppt werden kann.
Der Cashflow Profi favorisiert aktuell andere SaaS-Unternehmen wie Salesforce oder ServiceNow.
Allgemeiner Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiere und andere Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden.

