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Brasilien nach Lula-Wahlsieg: Börsen und Währung brechen zweistellig ein

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Brasiliens Finanzmärkte erleben nach dem überraschenden Wahlsieg von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva einen schweren Ausverkauf. Weil Investoren fest mit einem wirtschaftsfreundlichen Machtwechsel gerechnet hatten, brechen Aktien und die Landeswährung Real am Montagmorgen zweistellig ein.

Märkte von Lulas Comeback kalt erwischt

Amtsinhaber Lula sicherte sich in der Stichwahl mit 51,8 % der Stimmen eine vierte Amtszeit gegen den rechten Herausforderer Flávio Bolsonaro, der auf 48,2 % kam. Da Bolsonaro die erste Wahlrunde noch angeführt hatte, hatten die Märkte bereits Ausgabenkürzungen und Reformen eingepreist.

Die Kehrtwende trifft internationale Portfolios mit voller Wucht. Der in den USA gehandelte iShares MSCI Brazil ETF verlor vorbörslich über 18 %, während ein Tokioter Ibovespa-ETF um rund 15 % einbrach.

Petrobras und Großbanken unter massivem Verkaufsdruck

Besonders hart trifft der Umschwung staatsnahe Konzerne und den heimischen Finanzsektor. Die ADRs des Ölkonzerns Petrobras brachen im vorbörslichen US-Handel um rund 17 % ein, während die Großbanken Itaú Unibanco und Banco Bradesco ebenfalls zweistellige Kursabschläge verzeichneten.

Parallel dazu gerät die Landeswährung unter Druck, da Futures-Kontrakte an der CME einen Kursrutsch des Real von über 10 % signalisieren. Neben der Sorge vor einer Staatsverschuldung von mehr als 82 % des BIP sorgt auch Bolsonaros Ankündigung rechtlicher Schritte gegen das Wahlergebnis für zusätzliche Verunsicherung.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • Ergebnis der Stichwahl: Lula 51,8 %, Bolsonaro 48,2 %
  • iShares MSCI Brazil ETF (EWZ): Über 18 % vorbörslicher Kursverlust
  • Brasilianischer Real (Terminmarkt): Über 10 % Wertverlust gegenüber dem USD
  • Petrobras-Aktie (US-Handel): Vorbörslicher Rückgang um rund 17 %
  • Öffentliche Verschuldung: Über 82 % des brasilianischen BIP

Einordnung für Anleger

Der abrupte Wahlausgang zwingt Anleger zu einer umfassenden Neubewertung brasilianischer Vermögenswerte. Entscheidend für eine Beruhigung der Finanzmärkte werden nun Lulas personelle Besetzung des Finanzministeriums und ein glaubwürdiger Konsolidierungsplan sein, um eine ausufernde Schulden- und Zinsspirale zu verhindern.

Der Cashflow Profi sieht im aktuellen Rücksetzer gesunde Gewinnmitnahmen. Der Index ist in den vergangenen Monaten sehr gut gelaufen. Nun machen Anleger Cash. Langfristig bleibt Brasilien für Investoren interessant.

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