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Ryanair: Teures Kerosin treibt Ticketpreise – Aktie steigt trotzdem
Cashflow Profi bei Google bevorzugen
Europas größter Billigflieger Ryanair stellt Passagiere auf Preissprünge von bis zu 20 % bei Flugtickets ein. Trotz eines deutlichen Gewinnrückgangs im ersten Geschäftshalbjahr legte die Ryanair-Aktie am Montag in Dublin um rund 4 % auf 23,65 EUR zu.
Kerosinkosten drücken Halbjahresgewinn
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres sank der Gewinn nach Steuern laut Halbjahresbericht des Unternehmens um 15 % auf 2,15 Mrd. EUR. Haupttreiber der Belastung waren die Kerosinpreise für den ungesicherten Treibstoffbedarf, die sich auf rund 130 USD je Barrel verdoppelten.
Der Halbjahresumsatz legte parallel um 3 % auf 10,08 Mrd. EUR zu, während das Fluggastaufkommen um 6 % auf 125,8 Mio. Kunden stieg. Die durchschnittlichen Ticketpreise sanken jedoch um 4 % auf 55,70 EUR, da Buchungen im Sommer infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten verzögert stattfanden.
Sparprogramm und drohende Milliardenlast
Für das im April 2027 beginnende Geschäftsjahr beziffert Ryanair-Chef Michael O’Leary die zusätzlichen Treibstoffkosten auf rund 2 Mrd. EUR. Um diesen Kostensprung abzufedern, bereitet das Management ein Sparprogramm vor, das Nullrunden beim Personal, schlankere Crew-Besetzungen und den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz umfasst.
Zusätzlich zieht die Fluggesellschaft Kapazitäten von hochpreisigen Standorten wie Deutschland oder Österreich ab und verlagert Flugzeuge in Länder mit geringeren Gebühren. Weil zeitgleich auch Wettbewerber ihr Sitzplatzangebot verknappen, rechnet die Airline auf den verbleibenden europäischen Strecken mit spürbar anziehenden Flugpreisen.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
- Halbjahresgewinn (H1): 2,15 Mrd. EUR (-15 %)
- Konzernumsatz: 10,08 Mrd. EUR (+3 %)
- Passagieraufkommen: 125,8 Mio. Reisende (+6 %)
- Erwartete Kerosin-Mehrkosten ab 2027: rund 2 Mrd. EUR
- Neues Aktienrückkaufprogramm: 800 Mio. EUR

Einordnung für Anleger
Trotz des aktuellen Kurssprungs bleiben die massiv steigenden Treibstoffkosten und der Ergebnisrückgang die zentralen Herausforderungen für Ryanair, denen das Management nun mit Preiserhöhungen und Kostensenkungen begegnen will. Mit 41 von 100 Punkten fällt der CP-Score derzeit verhalten aus: Vor allem die schwache Charttechnik und der belastete Free Cashflow drücken das Bild, während die Marge und eine solide Sicherheitsbewertung stützen. Für die weitere Kursentwicklung wird entscheidend sein, ob die Passagiere die geplanten Ticketpreissprünge von bis zu 20 Prozent ohne spürbare Nachfragedämpfer akzeptieren.
Der Cashlfow Profi investiert seit der Corona-Pandemie nicht mehr in Airlines. Der Sektor zeichnet sich durch einen sehr hohen Konkurrenzdruck bei zeitglich niedrigen Gewinnspannen aus. In diesem schwierigen Markt gehört Ryanair allerdings noch zu den klar besseren Unternehmen.
Allgemeiner Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiere und andere Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden.

