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Bank von England erhöht Zins erstmals seit 2023: Anleger befürchten neuen Zinsdruck

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Die Bank von England (BoE) hat ihren Leitzins am 5. November 2026 um 0,25 Prozentpunkte auf 4,00 % angehoben. Der geldpolitische Ausschuss reagierte damit auf die anziehende Inflation durch teurere Energie und stellte weitere Straffungsschritte in Aussicht.

Konflikt im Nahen Osten treibt Energiekosten

Nach Berichten der Agentur Reuters stimmte das MPC-Gremium mit 8 zu 1 Stimmen für den Schritt, während Notenbankerin Catherine Mann sogar für 4,25 % votierte. Es ist die erste Zinserhöhung der britischen Währungshüter seit August 2023.

Die britische Inflationsrate stieg im September auf 3,5 % und liegt damit spürbar über dem Zielwert von 2,0 %. Die Notenbank rechnet bis Mitte nächsten Jahres infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten mit einer Teuerung von bis zu 4,9 %.

Andrew Bailey hält Tür für weitere Zinsschritte offen

Notenbankchef Andrew Bailey betonte laut Reuters, der Schritt sei keine Garantie für eine lange Serie, aber ohne geopolitische Entspannung wohl auch nicht der letzte. Am Devisenmarkt legte das britische Pfund nach dem Zinsentscheid gegenüber dem US-Dollar auf rund 1,348 USD zu.

Auch die Rendite zweijähriger britischer Staatsanleihen kletterte im Anschluss an das Zinsvotum um wenige Basispunkte. Swap-Märkte preisen für die kommenden Monate bereits zusätzliche Zinsschritte ein, falls der Preisdruck bei Öl und Gas hoch bleibt.

Analysten sind zweigeteilt

Deutsche Bank Analyst Sanjay Raja rechnet mit einer weiteren Zinsanhebung durch die Bank von England. Es sei nicht der Beginn eines dauernden Zyklus, da Anzeichen für eine zweite Inflationsrunde „bislang gering seien“.

ING’s James Smith meint, die Entscheidung sei „in jedem Punkt hawkisher als erwartet“. Die ING geht mittlerweile davon aus, dass eine weitere Erhöhung im Februar kommen kann. Unter bestimmten Umständen sei auch der Dezember ein möglicher Zeitpunkt.

Der Vermögensverwalter PIMCO urteilt, der Kern des MPC sei auf eine weitere Erhöhung eingestimmt. Deshalb halte man die Forwards an den Zinsfutures für zu aggressiv, wo die Märkte etwa drei weitere Zinsschritte einpreisen. PIMCO sieht langlaufende britische Staatsanleihen auf aktuellem Niveau als attraktiv an.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • Neuer BoE-Leitzins: 4,00 % (+0,25 Prozentpunkte am 05.11.2026)
  • Abstimmungsergebnis im MPC: 8 zu 1 für Zinserhöhung
  • UK-Verbraucherpreisinflation (September 2026): 3,5 %
  • Inflationsprognose der BoE (Mitte 2027): rund 4,9 %
  • Erste Zinserhöhung in Großbritannien seit: August 2023

Einordnung für Anleger

Die Zinswende der Bank of England verdeutlicht, dass die Teuerungsrisiken durch den Nahostkonflikt die britische Geldpolitik wieder voll eingeholt haben. Für Anleger trübt sich das Bild damit spürbar ein: Solange anhaltender Preisdruck bei Öl und Gas weitere Zinsschritte wahrscheinlich macht, dürften steigende Renditen und ein erstarktes Pfund die Bewertungen am britischen Aktienmarkt weiter belasten.

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