News
Barclays streicht 5.000 Jobs durch KI: Mehr Gewinn reicht den Anlegern nicht
Cashflow Profi bei Google bevorzugen
Die britische Großbank Barclays baut bis zum Jahresende rund 5.000 Arbeitsplätze ab und begründet diesen Schritt maßgeblich mit Effizienzgewinnen durch Künstliche Intelligenz. Zeitgleich legte der Vorsteuergewinn im dritten Quartal zwar um 12 % auf 2,3 Mrd. GBP zu, verfehlte jedoch wegen eines schwachen Anleihehandels die Markterwartungen.
KI ersetzt Entwickler und Support-Rollen
Der Stellenabbau betrifft rund 5 % der weltweit 93.000 Beschäftigten des Bankkonzerns. Rund 1.000 Positionen wurden bereits im bisherigen Jahresverlauf abgebaut, die restlichen 4.000 Streichungen folgen bis Ende 2026.
Laut Finanzchefin Anna Cross entfallen etwa 60 % der Kürzungen auf interne Unterstützungsfunktionen sowie Software-Entwickler, da KI-Werkzeuge die Produktivität deutlich erhöhen. Konzernchef C.S. Venkatakrishnan betonte zugleich, dass KI lediglich das Sahnehäubchen auf einer langjährigen Modernisierung der IT-Infrastruktur darstelle.
Zahlenwerk: Zinsergebnis hilft, Anleihehandel bricht ein
Im dritten Quartal steigerte Barclays die Gesamterträge um 3 % auf knapp 7,4 Mrd. GBP. Der auf die Aktionäre entfallende Überschuss kletterte um 13 % auf 1,65 Mrd. GBP, begünstigt durch geringere Rückstellungen für drohende Kreditausfälle.
Trotz dieses Wachstums verfehlte das Geldhaus die durchschnittliche Konsensschätzung der Analysten von 2,42 Mrd. GBP beim Vorsteuergewinn. Hauptursache war ein Ertragseinbruch von 19 % auf 1,0 Mrd. GBP im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, während das Aktiengeschäft um 47 % zulegte.
Das Management kündigte parallel einen weiteren Aktienrückkauf über 500 Mio. GBP an. Dem stehen im laufenden Jahr jedoch Restrukturierungskosten von über 600 Mio. GBP für den Konzernumbau gegenüber.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
- Stellenabbau: Rund 5.000 Stellen (etwa 5 % der Belegschaft) bis Ende 2026
- Vorsteuergewinn Q3: 2,3 Mrd. GBP (+12 % ggü. Vorjahr, Analystenschätzung: 2,42 Mrd. GBP)
- Nettogewinn Q3: 1,65 Mrd. GBP (+13 % im Vorjahresvergleich)
- Anleihehandel: Ertragsrückgang um 19 % auf 1,0 Mrd. GBP
- Kapitalrückführung: Weiterer Aktienrückkauf über 500 Mio. GBP beschlossen
Einordnung für Anleger
Barclays setzt ein unmissverständliches Signal für den Bankensektor, da KI nun nachweisbar operative Rollen in IT und Backoffice verdrängt. Für Anleger bleibt das schwankungsanfällige Handelsgeschäft der Investmentbank das dominierende Risiko, weil operative Ertragslücken im Trading die erreichten Kostensenkungserfolge kurzfristig überlagern.
Weiterführende Artikel:
Allgemeiner Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiere und andere Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden.

