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China-Aktien im Bärenmarkt: 20 % Kursverlust – droht der nächste große Börsencrash?

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Chinas Leitindex CSI 300 ist am Donnerstag unter die Marke von 4.035 Punkten gerutscht und liegt damit rund 20 % unter seinem Zwischenhoch vom Juni. Nach einer anhaltenden Serie von zehn Verlustwochen in Folge befindet sich das Barometer der 300 größten Festlandswerte damit offiziell in einem Bärenmarkt.

Margendruck und Zweifel am Tech-Sektor beschleunigen den Ausverkauf

Der Abwärtsdruck beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die kriselnde Immobilienbranche. Massive industrielle Überkapazitäten und ein ruinöser Preiskampf zehren in zahlreichen Branchen an den Gewinnmargen der Konzerne.

Sichtbar wurde das Problem zuletzt beim Batteriegiganten CATL, dessen Aktie nach Vorlage der Quartalszahlen um rund 12 % einbrach. Obwohl der Umsatz um 58,6 % zulegte, stieg der Nettogewinn lediglich um 14,5 %.

Zusätzlich geraten Technologiewerte unter die Räder, da globale Investoren die hohen Bewertungen und die Rentabilität immenser Investitionen in künstliche Intelligenz hinterfragen. In Hongkong gaben Schwergewichte wie Alibaba um gut 6 % und Tencent um rund 3,4 % nach, während der Hang-Seng-Tech-Index zeitweise um 4,6 % einbrach.

Das Wachstums-Paradoxon lähmt Pekings Stimulus-Hoffnungen

Dass die Verkäufe trotz solider Konjunkturdaten anhalten, liegt an einer veränderten Erwartungshaltung der Marktteilnehmer. Die chinesische Wirtschaft wuchs im dritten Quartal um 4,5 % im Jahresvergleich und übertraf damit die Konsensschätzungen der Analysten von 4,4 %.

Weil Peking mit einem Neunmonatswachstum von 4,6 % auf Kurs zum offiziellen Jahresziel von 4,5 bis 5 % liegt, sinkt der Druck auf die Regierung für breit angelegte Konjunkturprogramme. Die Zentralbank beließ die maßgeblichen Kreditzinssätze (LPR) für ein und fünf Jahre den 17. Monat in Folge unverändert bei 3,0 % beziehungsweise 3,5 %.

Die Zurückhaltung der Politik trifft auf eine verhaltene Binnennachfrage. Die Einzelhandelsumsätze legten im September lediglich um 1,1 % zu, was die anhaltende Konsumzurückhaltung der privaten Haushalte unterstreicht.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • CSI-300-Verlust: rund 20 % Minus gegenüber dem Juni-Hoch von 5.064 Punkten.
  • Verlustserie: zehn negative Handelswochen in Folge.
  • BIP-Wachstum Q3: 4,5 % im Jahresvergleich (Erwartung: 4,4 %).
  • Leitzinsen unverändert: Einjährige LPR bei 3,0 %, fünfjährige LPR bei 3,5 %.
  • Einzelhandelsumsatz September: Wachstum verharrt bei schwachen 1,1 %.
Die wichtigsten Kennzahlen
Aufbereitung: Cashflow Profi

Einordnung für Anleger

Der Rutsch in den Bärenmarkt zeigt, dass reine Produktionsstärke ohne nachhaltige Margenverbesserung das Vertrauen der Investoren nicht sichern kann. Solange Peking größere fiskalische Stützungsmaßnahmen verweigert und die Konsumlaune schwach bleibt, dominiert für Festlandaktien das Risiko weiterer Abgaben.

Der Cashflow Profi wartet die Bodenbildung im chinesischen Aktienmarkt ab.

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