News

Hermès meldet schwächstes Wachstum seit sechs Jahren – Luxuskrise erreicht die letzte Bastion

Hermès
Bild: ChatGPT


Artikel anhören

KI-generierte Audioversion

Cashflow Profi bei Google bevorzugen

Der französische Luxusgüterkonzern Hermès ist im dritten Quartal 2026 währungsbereinigt nur noch um 4,3 % auf 4,10 Mrd. EUR gewachsen und verzeichnet damit das schwächste Quartalsplus seit sechs Jahren. Weil das Unternehmen die Markterwartungen verfehlte, knickte die Hermès-Aktie im europäischen Handel zeitweise um rund 8 % ein.

China-Stagnation bremst die Erlöse aus

Hauptgrund für die spürbare Wachstumsdelle ist die Region Asien-Pazifik ohne Japan, auf die rund 40 % der Konzernerlöse entfallen. Dort stagnierten die Verkäufe bei konstanten Wechselkursen mit 0,0 %, während Analysten im Schnitt von einem Plus von knapp 1,6 % ausgegangen waren.

Finanzchef Éric du Halgouët bezeichnete das Konsumklima in China als anhaltend schwierig und stellte für den Oktober keine Besserung in Aussicht. Auch im Nahen Osten bremsten geopolitische Spannungen die Kauflaune der vermögenden Kundschaft spürbar aus.

Lederwaren stabil, Konfektion erstmals im Minus

Im wichtigsten Segment mit Lederwaren und Sattlerei zeigte sich der Hersteller der Birkin Bag mit einem Erlösanstieg um 10,8 % auf 1,91 Mrd. EUR weiterhin auf Kurs. Die Sparte Konfektion und Accessoires schrumpfte hingegen um 2,0 % auf 1,14 Mrd. EUR und verzeichnete damit ihren ersten Rückgang seit mehreren Jahren.

Nach den ersten neun Monaten beläuft sich der Gesamtumsatz auf 12,26 Mrd. EUR, was einem währungsbereinigten Zuwachs von 5,5 % entspricht. Negative Währungseffekte belasteten das Zwischenergebnis bis Ende September mit rund 310 Mio. EUR.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • Konzernumsatz Q3 2026: 4,10 Mrd. EUR (+4,3 % währungsbereinigt)
  • Analystenkonsens Q3-Wachstum: +5,2 %
  • Umsatz Lederwaren Q3: 1,91 Mrd. EUR (+10,8 %)
  • Wachstum Asien-Pazifik exklusive Japan: 0,0 %
  • Marktreaktion: Hermès-Aktie zeitweise rund 8 % im Minus
Die wichtigsten Kennzahlen
Aufbereitung: Cashflow Profi

Einordnung für Anleger

Hermès galt an der Börse lange Zeit als unantastbare Bastion gegen den Abschwung im Luxussektor, wird nun aber von der anhaltenden Konsumzurückhaltung in China eingeholt. Zentraler Risikofaktor bleibt das Abkühlen der Nachfrage außerhalb des reinen Ledersegments, was die historisch hohe Bewertungsprämie des Konzerns weiter belasten dürfte.

Der Cashflow Profi meidet aktuell generell den Luxus-Sektor. Das veränderte Konsumverhalten und die hartnäckige Inflation könnten noch lange die Branche belasten.

Weiterführende Artikel:

Veröffentlicht von