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IBM übertrifft Erwartungen: Warum die Aktie nach dem Earnings Call absackt
International Business Machines (IBM) hat im dritten Quartal 2026 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Schätzungen der Wall Street übertroffen. Dennoch drehte die IBM-Aktie nach der anschließenden Telefonkonferenz ins Minus und verlor im nachbörslichen US-Handel zeitweise rund 5 % an Wert.
Im dritten Quartal steigerte der Technologiekonzern seinen Umsatz auf Jahressicht um 5 % auf 17,10 Mrd. USD. Analysten hatten im Konsens vorab mit 16,82 Mrd. USD gerechnet.
Bereinigt um Wechselkurseffekte kletterten die Konzernerlöse um 6 %. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 11 % auf 2,95 USD zu und übertraf die durchschnittliche Markterwartung von 2,86 USD spürbar.
Als wichtigster Ertragsbringer erwies sich das Segment Software, dessen Erlöse um 8 % auf 7,80 Mrd. USD anzogen. Die Cloud-Tochter Red Hat verzeichnete bei den Auftragseingängen ein zweistelliges Wachstum im oberen Zehner-Prozentbereich.
CEO relativiert starke Erholung im Earnings Call
Im Earnings Call dämpfte Konzernchef Arvind Krishna die Hoffnung, dass sich die starke Erholung im Geschäft mit Transaktionssoftware für Mainframes unverändert fortsetzt. Dieser Bereich war im dritten Quartal währungsbereinigt um 10 % gewachsen.
„Ich erwarte nicht, dass das zweistellige Wachstum im Transaction-Processing-Geschäft anhält“, erklärte Krishna. Er rechnet mit einer Normalisierung und hält eine Abschwächung vom dritten zum vierten Quartal für möglich. Zur Erholung hatten sowohl nachgeholte Abschlüsse aus dem schwachen zweiten Quartal als auch reguläre Geschäfte im dritten Quartal beigetragen.
Finanzchef James Kavanaugh betonte zudem, dass IBM seine Planung für das Softwarewachstum im Gesamtjahr am unteren Ende der angehobenen Spanne von 7 % bis 8 % ausrichtet. Im dritten Quartal hatte das währungsbereinigte Plus noch 9 % betragen.
Krishna berichtete außerdem, dass Unternehmenskunden ihre KI-Ausgaben stärker auf den tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzen prüfen und sich teilweise wegen ausufernder Kosten sorgen. Für IBM sieht er darin eine Chance, Kunden bei der Integration der Technologie und der effizienteren Nutzung zu unterstützen.
Die Zielspanne für das währungsbereinigte Umsatzwachstum des Gesamtkonzerns beließ IBM unverändert bei 4 % bis 5 %. Die Erwartung für den freien Cashflow hob das Management auf einen Zuwachs von mehr als 1 Mrd. USD gegenüber dem Vorjahr an. Das Beratungsgeschäft stagnierte nominal bei rund 5,3 Mrd. USD.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
- Konzernumsatz Q3 2026: 17,10 Mrd. USD (+5 % im Jahresvergleich)
- Bereinigter Gewinn je Aktie: 2,95 USD (Konsens: 2,86 USD)
- Software-Umsatz: 7,80 Mrd. USD (+8 % im Jahresvergleich)
- Umsatzprognose 2026: 4 % bis 5 % währungsbereinigtes Plus (unverändert)
- Freier Cashflow 2026: Anstieg um über 1 Mrd. USD gegenüber 2025 avisiert
Einordnung für Anleger
Die Quartalszahlen zeigen eine klare operative Erholung. Im Call machte das Management jedoch deutlich, dass Anleger die aktuelle Wachstumsrate bei der Mainframe-Software nicht einfach fortschreiben sollten. Diese Einschränkung liefert einen plausiblen Grund für die nachlassende Euphorie nach dem zunächst deutlichen nachbörslichen Kursanstieg.
Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend dürfte entscheidend werden, ob IBM über die nachgeholten Abschlüsse hinaus dauerhaft stärker wächst und auch das Beratungsgeschäft wieder mehr Dynamik entwickelt. Eine detaillierte Einordnung der IBM-Zahlen gibt es im Börsenbrief Cashflow Profi.
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Allgemeiner Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiere und andere Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden.

