News
LKQ-Aktie stürzt 22 % ab: Deutschland-Panne, Prognose gestrichen, CEO weg
Ein operativer Systemfehler in Deutschland und ein drastischer Margenverfall in Europa bringen den Kfz-Ersatzteilehändler LKQ Corp. ins Wanken. Nach einer schweren Gewinnwarnung, der vollständigen Streichung der Jahresprognose und dem sofortigen Abgang von Konzernchef Justin Jude brach die LKQ-Aktie im US-Handel um bis zu 22 % ein.
ERP-Panne in Deutschland drückt LKQ in die roten Zahlen
Auslöser des Kurssturzes sind erhebliche Störungen im europäischen Teil des Konzerns, die maßgeblich auf eine fehlerhafte IT-Umstellung des ERP-Systems in Deutschland zurückgehen. Gleichzeitig verzeichnete das Unternehmen deutliche Absatzrückgänge in Großbritannien und den Benelux-Staaten.
Der organische Umsatz im europäischen Teile- und Servicegeschäft brach im dritten Quartal um 9,8 % ein. Die operative EBITDA-Marge des Segments Europa fiel von 10,0 % im Vorjahreszeitraum auf nur noch 4,1 % bis 5,1 %.
Führungsbeben und Sanierungsberater im Einsatz
Die Konzernspitze reagierte umgehend mit einem personellen Kahlschlag: Vorstandschef Justin Jude verließ das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Auch Andy Hamilton, Chef des Europageschäfts, räumte per sofort seinen Führungsposten.
Als neuer Chief Executive Officer wurde Salvatore A. Abbate verpflichtet, der die Leitung am 15. Dezember 2026 antritt. Bis zu seinem Amtsantritt führen Verwaltungsratschef John Mendel und Audit-Ausschuss-Leiterin Sue Gove die Geschäfte, während die Restrukturierungsberatung Alvarez & Marsal für operative Stabilität in Europa sorgen soll.
Jahresprognose kassiert: Quartalsverlust statt Millionengewinn
Für das dritte Quartal bezifferte das Management den vorläufigen Umsatz auf 3,32 Mrd. USD nach 3,50 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich entsteht ein Nettoverlust von 16 Mio. bis 32 Mio. USD, nachdem im Vorjahresquartal noch 178 Mio. USD Nettogewinn erzielt worden waren.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie schrumpft voraussichtlich auf 0,47 bis 0,53 USD und verfehlt die Markterwartung von 0,69 USD deutlich. Angesichts der unklaren Dauer der operativen Störungen zog das Management die bisherige Finanzprognose für das Gesamtjahr 2026 ersatzlos zurück.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
- Organischer Umsatzrückgang Segment Europa: -9,8 %
- Segment-EBITDA-Marge Europa: 4,1 % bis 5,1 % (Vorjahr: 10,0 %)
- Vorläufiger Nettoverlust Q3: 16 Mio. bis 32 Mio. USD (Vorjahr: +178 Mio. USD)
- Bereinigter Gewinn je Aktie Q3: 0,47 bis 0,53 USD (Konsens: 0,69 USD)
- Amtsantritt des neuen CEO Salvatore Abbate: 15. Dezember 2026
Einordnung für Anleger
Nach dem operativen Desaster in Deutschland und der gestrichenen Jahresprognose muss LKQ zunächst beweisen, dass die IT-Probleme mithilfe der Sanierungsberater zügig behoben werden können. Der CP-Score fällt mit 52 von 100 Punkten derzeit verhalten aus: Vor allem die angeschlagene Charttechnik und eine schwache Sicherheit belasten das Profil, während der starke Free Cashflow den wichtigsten Gegenpol bildet. Erst wenn sich die europäischen Margen nachhaltig stabilisieren und der neue CEO Salvatore Abbate das Ruder übernimmt, zeichnet sich wieder verlässliches Erholungspotenzial ab.
Allgemeiner Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiere und andere Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden.

