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Merck übernimmt Silence Therapeutics mit 130 % Prämie für 1,3 Mrd. Dollar

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Der DAX-Konzern Merck KGaA übernimmt das britische Biotech-Unternehmen Silence Therapeutics für rund 1,3 Mrd. USD in bar. Die gebotenen 20,00 USD je Hinterlegungsschein entsprechen einem Aufschlag von 130 % auf den vorherigen Schlusskurs.

Fokus auf seltene Blutkrankheiten und siRNA-Technologie

Mit dem Zukauf sichert sich das Darmstädter Unternehmen den Wirkstoffkandidaten Divesiran, der vor dem Beginn der klinischen Phase-3-Entwicklung zur Behandlung der seltenen Bluterkrankung Polycythaemia vera steht. In der vorangegangenen Phase-2-Studie erzielte das Prüfmedikament eine Ansprechrate von 88 % gegenüber 19 % in der Placebogruppe.

Konzernchef Kai Beckmann setzt damit den strategischen Ausbau des Pharmageschäfts in hochspezialisierten Nischen mit hohem medizinischem Bedarf fort. Merck finanziert die Transaktion, die den Unternehmenswert von Silence Therapeutics auf rund 1,1 Mrd. USD taxiert, über neu aufgenommene Kredite.

Reaktion an den Börsen und Zeitplan

Während die US-Hinterlegungsscheine von Silence Therapeutics im NASDAQ-Handel um gut 125 % auf knapp 19,60 USD nach oben sprangen, gab die Merck-Aktie im Xetra-Handel um rund 1 % nach. Ein Teil der Aktionäre von Silence Therapeutics mit rund 14 % der Stimmrechte hat der Transaktion bereits vorab zugestimmt.

Der Vollzug der Übernahme soll über ein britisches Scheme of Arrangement geregelt werden. Das Closing ist nach Zustimmung der Behörden sowie der Aktionäre für das erste Quartal 2027 geplant.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • Transaktionsvolumen (Eigenkapitalwert): Rund 1,3 Mrd. USD
  • Kaufpreis je ADS: 20,00 USD (130 % Prämie auf den Schlusskurs vom 16. Oktober 2026)
  • Unternehmenswert (Enterprise Value): Rund 1,1 Mrd. USD
  • Geplanter Abschluss: Erstes Quartal 2027

Einordnung für Anleger

Mit der Milliardenübernahme baut Merck seine Pipeline im zukunftsträchtigen siRNA-Bereich strategisch aus, bindet sich bis zum geplanten Abschluss Anfang 2027 jedoch auch an die Risiken der anstehenden klinischen Phase 3. Mit 56 von 100 Punkten fällt der CP-Score für den DAX-Konzern derzeit verhalten aus: Vor allem die schwache Marge und die mäßige Sicherheit dämpfen das Bild, während die überzeugende Charttechnik sowie der solide Free Cashflow als Stützen fungieren.

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