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Siltronic vor Übernahme? Wacker stutzt Anteil und räumt den Weg frei
Wacker Chemie hat seine Beteiligung an Siltronic in zwei großen Tranchen auf rund 15 % reduziert. Durch den Rückzug des langjährigen Ankeraktionärs verliert der Chemiekonzern seine Sperrminorität und öffnet die Tür für eine Neuordnung der Eigentümerstruktur.
Milliarden-Rückzug in zwei Etappen
Wacker Chemie platzierte im September 2,2 Mio. Siltronic-Aktien zu 77,25 EUR je Anteilsschein bei institutionellen Investoren und erlöste damit 171 Mio. EUR. Bereits im Mai trennte sich das Unternehmen von 2,1 Mio. Papieren zu 89,35 EUR für insgesamt 188 Mio. EUR.
Mit der jüngsten Transaktion sank der Wacker-Anteil von ehemals über 30 % auf knapp 15 % des Grundkapitals. Siltronic wandelt sich damit für den ehemaligen Mutterkonzern endgültig von einer strategischen Kernbeteiligung zu einer reinen Finanzanlage.
Übernahmefantasie nach dem GlobalWafers-Debakel
Der schrittweise Ausstieg belebt am Markt die Spekulationen über künftige Kaufangebote für den Münchener Waferhersteller. Anfang 2022 scheiterte die 4,4 Mrd. EUR schwere Übernahme durch den taiwanischen Konkurrenten GlobalWafers, weil das Bundeswirtschaftsministerium die Unbedenklichkeitsbescheinigung nicht rechtzeitig erteilte.
Damals hatte sich Wacker Chemie noch vertraglich verpflichtet, die gesamte Beteiligung zum Angebotspreis von 125 EUR je Aktie anzudienen. Durch die aktuellen Platzierungen am offenen Markt steigt der Streubesitz nun signifikant, was potenziellen Bietern den schrittweisen Zugriff über die Börse erleichtert.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
- Verbliebene Wacker-Beteiligung: rund 15 % (zuvor über 30 %)
- Erlös der September-Platzierung: 171 Mio. EUR (2,2 Mio. Aktien zu 77,25 EUR)
- Erlös der Mai-Platzierung: 188 Mio. EUR (2,1 Mio. Aktien zu 89,35 EUR)
- Gescheiterte GlobalWafers-Offerte (2022): 125 EUR je Aktie (4,4 Mrd. EUR Deal-Volumen)

Einordnung für Anleger
Der Rückzug von Wacker Chemie beseitigt die bisherige Blockadehaltung eines dominanten Großaktionärs und erhöht die freie Liquidität im Handel. Für Siltronic-Aktionäre steigt dadurch die Übernahmefantasie, während gleichzeitig der industrielle Schutzschirm des ehemaligen Mutterkonzerns entfällt.
Aus charttechnischer Sicht bietet sich aktuell kein Einstieg in die Siltronic-Aktie ein. Anleger warten die Qurtalszahlen Anfang November ab.
Allgemeiner Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiere und andere Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden.

