Alphabet explodiert: Ist der Einstieg jetzt zu spät?
Wer in dieser Woche auf eine Korrektur bei Alphabet gehofft hat, wurde eiskalt erwischt. Die Aktie legte nach den Quartalszahlen über 11 % zu und markierte ein neues Allzeithoch. Viele Anleger dürften sich jetzt fragen, ob der Einstieg nach dieser Rally nicht bereits zu spät kommt.
Tatsächlich ist Alphabet längst kein übersehener Geheimtipp mehr. Die Aktie ist stark gelaufen und der Markt schaut bei den großen KI-Gewinnern inzwischen sehr genau hin.
Doch gerade deshalb lohnt sich ein zweiter Blick auf die Zahlen.
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Denn dieses Quartal war mehr als nur ein starker Earnings-Beat. Es war ein Quartal, das einige der wichtigsten Zweifel an Alphabet ausgeräumt hat.
Kann Google Search im KI-Zeitalter weiter wachsen? Wird die Cloud endlich zum echten Ergebnistreiber? Sind die massiven KI-Investitionen ein Risiko für die Margen? Oder beginnt Alphabet gerade erst, seine enorme KI-Infrastruktur in Umsatz und Gewinn zu verwandeln?
Die Antwort liegt in den Zahlen.
Ein Quartal mit beeindruckender Breite
Alphabet hat im ersten Quartal einen Umsatz von 109,9 Mrd. USD erzielt. Das entspricht einem Wachstum von satten 22 % gegenüber dem Vorjahr. Für einen Konzern dieser Größe ist das außergewöhnlich stark. Es ist zugleich die höchste Wachstumsrate seit 2022 und zeigt, dass Alphabet operativ wieder deutlich an Geschwindigkeit gewinnt.
Besonders überzeugend ist die Breite des Wachstums. Google Search legte um 19 % auf 60,4 Mrd. USD zu. Das Kerngeschäft bleibt damit nicht nur stabil, sondern wächst weiter mit hoher Dynamik. Die bezahlten Klicks stiegen um 13 % und erreichten damit die stärkste Entwicklung seit Anfang 2022. Auch YouTube liefert weiter. Die Werbeerlöse beim Streamingdienst stiegen um 11 % auf 9,9 Mrd. USD.
Noch spannender ist die Entwicklung bei den wiederkehrenden Erlösen. Alphabet zählt inzwischen 350 Mio. zahlende Abonnenten über YouTube und Google One. Im Vorjahr waren es noch 270 Mio. Damit entwickelt sich YouTube immer stärker zu einem Geschäft mit planbaren Umsätzen, hoher Kundenbindung und zusätzlicher Monetarisierung neben Werbung.
Google Cloud ist jetzt der Star
Der größte Wachstumstreiber bleibt jedoch die Google Cloud. Der Umsatz sprang um 63 % auf 20,0 Mrd. USD. Damit wächst die Sparte deutlich schneller als die größeren Konkurrenten Azure und AWS.
Der Cloud-Backlog hat sich gegenüber dem Vorquartal fast verdoppelt und liegt nun bei über 460 Mrd. USD. Mehr als die Hälfte davon soll innerhalb der kommenden 24 Monate in Umsatz umgewandelt werden. Das gibt Alphabet in einem der wichtigsten KI-Infrastrukturmärkte der Welt eine außergewöhnlich gute Sichtbarkeit.

Die Profitabilität steigt trotz hoher Investitionen
Aus dem früheren Zukunftsversprechen ist inzwischen ein hochprofitabler Ergebnistreiber geworden, der wesentlich zur hohen Profitabilität des Unternehmens beiträgt.
So legte das operative Ergebnis auf Konzernebene um 30 % zu, während die operative Marge sich auf 36,1 % verbesserte. Der Gewinn je Aktie lag mit 5,11 USD deutlich über den Erwartungen, auch wenn ein Teil davon durch Bewertungseffekte aus Beteiligungen beeinflusst wurde.
KI frisst Alphabet nicht auf
Die größte Sorge vieler Anleger war in den vergangenen zwei Jahren, dass KI das klassische Google-Geschäft beschädigen könnte. Wenn Nutzer ihre Fragen direkt an ChatGPT, Perplexity oder andere KI-Assistenten stellen, braucht es dann noch Google Search?
Die aktuellen Zahlen sprechen eine andere Sprache. Google Search wächst weiter stark. Laut Sundar Pichai erreichten die Suchanfragen im ersten Quartal sogar ein neues Allzeithoch. AI Overviews, AI Mode und Gemini scheinen die Nutzung also eher zu erhöhen, statt das Kerngeschäft zu schwächen.
Das ist ein wichtiger Punkt. Alphabet ist kein Opfer der KI-Disruption. Alphabet ist einer der wenigen Konzerne, die KI über die gesamte Wertschöpfungskette monetarisieren können: über Search, Werbung, YouTube, Abos, Cloud, eigene Chips und eigene Modelle.
Die hohen Investitionen sind kein Warnsignal mehr
Natürlich bleibt der Capex enorm. Alphabet plant für 2026 inzwischen Investitionen von 180 bis 190 Mrd. USD. Das ist eine gewaltige Summe. Vor einigen Quartalen hätte ich hier noch stärker gebremst, weil der Markt damals vor allem die Kosten gesehen hat.
Nach diesen Zahlen sehe ich die Sache anders. Die Investitionen fließen nicht in eine unklare Zukunftswette. Sie zeigen bereits Wirkung. Cloud wächst schneller. Search bleibt stark. Gemini gewinnt Nutzer. Die TPUs werden für externe Kunden relevanter. Und trotz dieser Ausgaben steigt die Marge.
Das bedeutet nicht, dass es keine Risiken gibt. Die Bewertung ist nach der Rally anspruchsvoller. Die Investitionen werden die Abschreibungen erhöhen. Die Konkurrenz durch Microsoft, OpenAI, Amazon und Meta bleibt intensiv. Auch die Regulierung rund um Google Search ist nicht vom Tisch.
Trotzdem hat sich die Ausgangslage verbessert. Alphabet beweist gerade, dass KI nicht nur Kosten verursacht. KI wird zum Wachstumsmotor.
Mein Fazit: Alphabet ist ein Basisinvestment
Alphabet investiert massiv in KI-Infrastruktur, baut Cloud-Kapazitäten aus, integriert Gemini immer tiefer in seine Produkte und steigert dennoch die Profitabilität. Diese Verbindung aus Wachstum und Margendisziplin ist die wichtigste Erkenntnis aus dem vergangenen Quartal.
Alphabet bleibt ein Basisinvestment im Tech-Sektor. Wer noch gar nicht investiert ist, kann über einen gestaffelten Einstieg nachdenken. Wer Alphabet bereits im Depot hat, kann die Position weiter halten.
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