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Anthropic: Investoren stellen 2-Billionen-Dollar-Bewertung infrage

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Vor dem geplanten Börsengang von Anthropic formiert sich Skepsis unter institutionellen Kapitalgebern gegen die avisierte Bewertung von rund 2 Bio. USD. Nach einer Präsentation vor Kapitalmarktakteuren taxieren erste Investoren den Claude-Entwickler vielmehr bei etwa 1,5 Bio. USD.

Wachstumsdelle bremst Bewertungsaufschlag

Laut Medienberichten über die jüngsten Unternehmensdaten kletterte der Quartalsumsatz um 45 % gegenüber dem Vorquartal auf 16,8 Mrd. USD. Im vorangegangenen zweiten Quartal hatte der sequentielle Zuwachs noch bei 147 % gelegen.

Zwar meldete das Unternehmen eine bereinigte Bruttomarge von 85 % sowie eine bereinigte operative Marge von 11 %. Die spürbare Verlangsamung der Dynamik veranlasst Marktteilnehmer dennoch dazu, ein Bewertungs-Multiple von fast 30 auf den hochgerechneten Jahresumsatz infrage zu stellen.

Milliardenschwere Verpflichtungen belasten

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Start-up 4,6 Mrd. USD Umsatz bei einem operativen Verlust von über 8 Mrd. USD. Zugleich bestehen langfristige Zahlungsverpflichtungen für Cloud-Infrastruktur und Rechenleistung von mindestens 518 Mrd. USD über die kommenden zehn Jahre.

Großaktionäre wie Amazon mit rund 21 % und Alphabet mit etwa 15 % der Anteile blicken auf die Preisfindung. In der vorausgegangenen privaten Finanzierungsrunde im Mai wurde der Konzern mit 965 Mrd. USD bewertet.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • Angestrebte IPO-Bewertung: 2 Bio. USD
  • Von Investoren diskutierte Bewertung: 1,5 Bio. USD (-25 %)
  • Umsatz im dritten Quartal: 16,8 Mrd. USD (+45 % zum Vorquartal)
  • Bereinigte operative Marge: 11 %
  • Langfristige Infrastrukturverpflichtungen: mindestens 518 Mrd. USD

Einordnung für Anleger

Die Debatte um den Bewertungsabschlag signalisiert eine kritischere Haltung des Marktes gegenüber unprofitablen Wachstumsversprechen im KI-Sektor. Ein geringerer Emissionspreis schmälert die erwarteten Buchgewinne früher Geldgeber wie Amazon und setzt künftige Börsenkandidaten unter Anpassungsdruck.

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