Der Snowflake-Effekt: Totgesagte leben länger

Snowflake hat mit seinem starken Quartalsbericht ein echtes Beben ausgelöst und viele Software-Aktien mit nach oben gezogen. Trotz des jüngsten Rücksetzers notiert die Aktie knapp 100 % über ihrem April-Tief. Allein das zeigt, wie stark sich die Stimmung gedreht hat.

Vor wenigen Monaten stand bei vielen Softwarewerten noch die Sorge im Vordergrund, dass künstliche Intelligenz klassische SaaS-Geschäftsmodelle unter Druck setzen könnte. Inzwischen schauen Anleger wieder auf die andere Seite der Medaille. Unternehmen wie Snowflake sind keine Opfer der KI-Welle, weil sie zu einer Schlüssel-Infrastruktur für diese Entwicklung gehören.

Die Frage ist deshalb nicht, ob Snowflake operativ ein gutes Unternehmen ist. Das ist aus meiner Sicht relativ klar. Die wichtigere Frage lautet: Ist der neue Optimismus nach dem Kurssprung bereits zu weit gelaufen?

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Ein Quartal, das Vertrauen zurückgebracht hat

Snowflake steigerte seinen Produktumsatz im letzten Quartal um satte 34 % gegenüber dem Vorjahr. Zeitgleich hob der Datenspezialist seine Prognose für das Gesamtjahr um 200 Mio. USD auf insgesamt 5,84 Mrd. USD an.

Die Nettoumsatzbindungsrate (NRR) von 126 % ist ein starkes Signal. Sie bedeutet vereinfacht: Aus 100 USD Umsatz mit bestehenden Kunden wurden innerhalb eines Jahres 126 USD. Dabei sind Kundenverluste und geringere Nutzung bereits eingerechnet.

Für mich ist das eine der wichtigsten Kennzahlen bei Softwareunternehmen überhaupt. Sie zeigt, ob Kunden die Plattform nur testen oder ob sie ihre Nutzung ausbauen.

Bei Snowflake ist das zweite der Fall. Die Plattform wird tiefer in Unternehmen verankert. Genau das macht das Geschäftsmodell so attraktiv.

Der AWS-Deal verändert die Wahrnehmung

Der große Kurstreiber war allerdings der 6 Mrd. USD schwere Deal mit Amazon Web Services. Snowflake verpflichtet sich über fünf Jahre zu hohen Ausgaben für Rechenkapazität und KI-Infrastruktur.

Offensichtlich rechnet das Unternehmen mit deutlich steigender Nachfrage nach KI-Anwendungen. Das betrifft Anwendungen, bei denen KI-Systeme nicht mehr nur Antworten liefern, sondern komplexere Aufgabenbereiche – wie etwa Daren und Prozessanalyse – übernehmen.

Dafür braucht es eine saubere Datenbasis. Genau hier liegt die Stärke von Snowflake. Unternehmen sitzen auf riesigen Datenmengen, aber diese Daten sind oft verteilt, unstrukturiert oder schwer nutzbar. KI ist nur so gut wie die Daten, auf die sie zugreifen kann.

Snowflake positioniert sich damit als Datenplattform im Hintergrund, ohne die viele KI-Anwendungen im Unternehmen kaum sinnvoll funktionieren.

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Ein Quartal, das Vertrauen zurückgebracht hat

Snowflake steigerte seinen Produktumsatz im letzten Quartal um satte 34 % gegenüber dem Vorjahr. Zeitgleich hob der Datenspezialist seine Prognose für das Gesamtjahr um 200 Mio. USD auf insgesamt 5,84 Mrd. USD an.

Die Nettoumsatzbindungsrate (NRR) von 126 % ist ein starkes Signal. Sie bedeutet vereinfacht: Aus 100 USD Umsatz mit bestehenden Kunden wurden innerhalb eines Jahres 126 USD. Dabei sind Kundenverluste und geringere Nutzung bereits eingerechnet.

Für mich ist das eine der wichtigsten Kennzahlen bei Softwareunternehmen überhaupt. Sie zeigt, ob Kunden die Plattform nur testen oder ob sie ihre Nutzung ausbauen.

Bei Snowflake ist das zweite der Fall. Die Plattform wird tiefer in Unternehmen verankert. Genau das macht das Geschäftsmodell so attraktiv.

Der AWS-Deal verändert die Wahrnehmung

Der große Kurstreiber war allerdings der 6 Mrd. USD schwere Deal mit Amazon Web Services. Snowflake verpflichtet sich über fünf Jahre zu hohen Ausgaben für Rechenkapazität und KI-Infrastruktur.

Offensichtlich rechnet das Unternehmen mit deutlich steigender Nachfrage nach KI-Anwendungen. Das betrifft Anwendungen, bei denen KI-Systeme nicht mehr nur Antworten liefern, sondern komplexere Aufgabenbereiche – wie etwa Daren und Prozessanalyse – übernehmen.

Dafür braucht es eine saubere Datenbasis. Genau hier liegt die Stärke von Snowflake. Unternehmen sitzen auf riesigen Datenmengen, aber diese Daten sind oft verteilt, unstrukturiert oder schwer nutzbar. KI ist nur so gut wie die Daten, auf die sie zugreifen kann.

Snowflake positioniert sich damit als Datenplattform im Hintergrund, ohne die viele KI-Anwendungen im Unternehmen kaum sinnvoll funktionieren.

Setzt man darauf einen Umsatzmultiplikator von etwa 12 an, der grob im Bereich der aktuellen Bewertung liegt, ergibt sich ein rechnerischer Unternehmenswert von rund 88,8 Mrd. USD. Bei der von Snowflake erwarteten verwässerten Aktienzahl von rund 376 Mio. Aktien läge der daraus abgeleitete faire Wert bei etwa 236 USD je Aktie.

Das liegt nahe am aktuellen Kurs und zeigt: Snowflake ist nach dem jüngsten Kurssprung kein Schnäppchen mehr, wirkt auf Basis der aktuellen Wachstumserwartungen aber weitgehend fair bewertet.

Klein einsteigen oder Rücksetzer abwarten

Ich halte Snowflake operativ für eines der spannendsten Softwareunternehmen. Die Kombination aus Datenplattform, Cloud-Infrastruktur, wachsender Kundennutzung und KI-Anwendungen ist überzeugend.

Trotzdem würde ich nach dem starken Lauf nicht aggressiv kaufen. Viel Zukunft ist bereits eingepreist, vor allem mit Blick auf agentische KI und den wachsenden Bedarf an Dateninfrastruktur.

Gleichzeitig sprechen das starke Umsatzwachstum, die hohe Nettoumsatzbindungsrate und der AWS-Deal dafür, dass Snowflake diese Erwartungen erfüllen kann.

Für risikobewusste Anleger kann eine kleine Position deshalb vertretbar sein. Einen Wiedereinstieg im Wachstumsdepot würde ich spätestens bei einem Rücksetzer prüfen.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Gerd

    Wie und wo kann ich eigentlich kaufen?

    1. Emil Jusifov

      Hallo Gerd,

      Snowflake ist z.B. über viele deutsche Broker und Handelsplätze handelbar. Wenn es Dir um die technische Umsetzung des Kaufs geht, wende Dich am besten direkt an Deinen Broker.

      Eine persönliche Anlageberatung kann ich hier natürlich nicht leisten.

      Beste Grüße
      Emil

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