Geld verdienen mit Earnings: So geht’s ohne Zocken
Die Berichtssaison läuft auf Hochtouren. Viele Anleger verfolgen jede Zahl, jede Prognose und jede Kursreaktion fast im Minutentakt.
Kein Wunder: Nach den Quartalszahlen entstehen oft große Kursbewegungen. Deshalb fragen mich Leser immer wieder, wie ich mit Earnings umgehe.
Wie bereits erwähnt, sehe ich Earnings grundsätzlich nicht als kurzfristige Wette. Trotzdem verdiene ich rund um Quartalszahlen regelmäßig Geld – nur eben nicht, indem ich auf die unmittelbare Kursreaktion spekuliere.
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Schwaches Quartal: sofort verkaufen?
Ein einzelnes schwaches Quartal reicht für mich nicht aus, um eine Aktie sofort zu verkaufen. Ein aktuelles Beispiel ist IBM. Die vorläufigen Zahlen enttäuschten und die Aktie brach danach um mehr als 20 % ein.
IBM befindet sich in unseren Premiumdepots und liegt dort weiterhin deutlich im Plus. Diese Gewinne sind für mich aber ebenso wenig ein Grund, die schwächeren Zahlen herunterzuspielen, wie der Kursrutsch ein Grund für einen übereilten Verkauf ist.
Ich habe zunächst die vollständigen Quartalszahlen am 22. Juli abgewartet und erst danach den Investmentcase im Detail bewertet. Mehr dazu gibt es in meinem Premiumbrief.
Anders sieht es aus, wenn sich die operative Schwäche über mehrere Quartale bestätigt. Bei Shutterstock ist das längst der Fall. Das klassische Contentgeschäft verliert zunehmend an Bedeutung, während KI-generierte Bilder das bisherige Geschäftsmodell immer stärker unter Druck setzen.
Deshalb habe ich die Aktie bei rund 13 USD geshortet und bereits wenige Tage danach erste Teilgewinne mitgenommen. Die verbleibende Position wurde am vergangenen Donnerstag (23. Juli) mit einem großen Plus gecovert.
Shutterstock befindet sich seit geraumer Zeit auf meiner Short-Watchlist. Wie angekündigt, werde ich diese bald im Premiumbrief zur Verfügung stellen.
Starkes Quartal: sofort kaufen?
Umgekehrt reicht auch ein starkes Quartal allein nicht aus, um eine Aktie zu kaufen. Viele Anleger sehen gute Zahlen, einen Kurssprung und laufen dem Kurs direkt hinterher.
Für mich ist ein gutes Quartal nur ein Baustein. Ich steige bevorzugt dann ein, wenn ich eine Aktie bereits länger beobachte, von der Qualität überzeugt bin, die Bewertung attraktiv ist und sich nach den Zahlen eine günstige Gelegenheit ergibt.
Ein gutes Beispiel dafür ist ASML. Vor rund einem Jahr wurde die Aktie nach den Earnings abgestraft, obwohl die operative Entwicklung stark blieb.
Für mich war das die Gelegenheit, auf die ich zuvor gewartet hatte. ASML ist der zentrale Anbieter von EUV-Lithografiemaschinen und damit ein Schlüsselunternehmen der globalen Halbleiterindustrie.
Ich habe den Kursrückgang damals zum Einstieg genutzt. Seitdem liegt die Position in meinem Wachstumsdepot rund 150 % im Plus.
Hinweis: Das Wachstumsdepot kannst du über den Premiumbrief verfolgen oder zunächst 3 Monate lang zusammen mit dem ETF-Depot hier testen.

Optionen rund um Earnings
Auch bei Optionen bleibe ich rund um Quartalszahlen vorsichtig. Die erhöhte implizite Volatilität sorgt zwar für attraktive Prämien, macht direkte Wetten auf die Kursreaktion aber entsprechend riskant.
Optionsgeschäfte setze ich deshalb so auf, dass der Erfolg nicht von einem einzigen Earnings-Tag abhängt. Ein aktuelles Beispiel ist mein öffentlicher Uber-Trade: Der verkaufte Put profitiert bereits von der erhöhten Volatilität, verfällt aber noch vor den Quartalszahlen.
Fällt Uber bis dahin unter den Strike, übernehme ich die Aktien und kann vor den Earnings einen Covered Call mit ebenfalls erhöhter Prämie schreiben. So nutze ich die Berichtssaison, ohne die ursprüngliche Put-Position direkt über den Termin zu halten.
Weitere Options-Trades gibt es wöchentlich im Stillhalter-Depot (hier geht’s zum Testabo des Stillhalter-Depots).

Was du daraus mitnehmen kannst
Quartalszahlen sind für mich kein Grund für hektische Käufe oder Verkäufe. Bei schwachen Ergebnissen prüfe ich, ob nur ein Ausrutscher vorliegt oder sich ein strukturelles Problem entwickelt. Bei starken Zahlen entscheide ich, ob Qualität, Bewertung und Chance-Risiko-Verhältnis weiterhin zusammenpassen.
Auch Optionsgeschäfte sind rund um Earnings möglich, sofern sie nicht von einer einzelnen Kursreaktion abhängen. Läuft die Option vor den Zahlen aus oder wird erst danach eröffnet, lässt sich die erhöhte Volatilität für attraktive Prämien nutzen, ohne den Trade zur reinen Earnings-Wette zu machen.
Im Premiumbrief zeige ich dir, wie ich die Zahlen meiner Depotwerte einordne, wann ich Positionen aufbaue oder reduziere und wie ich Optionen gezielt zur Cashflow-Generierung und Absicherung einsetze. So erhältst du einen klaren Plan für die Berichtssaison, statt jeder Kursbewegung hinterherzulaufen.
Mehr Informationen zum Premiumbrief findest du hier.