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KI-Aktien vorbörslich fest – Barclays Strategen sehen dünnen Pfad nach oben
KI-Aktien zeigen sich im vorbörslichen US-Handel nach den jüngsten Verlusten stabilisiert. Einige Werte können überdurchschnittlich zulegen. Eine Analyse der britischen Großbank Barclays dämpft jedoch überzogene Erwartungen und beschreibt den weiteren Weg für Aktienmärkte als dünnen Pfad.
Barclays warnt vor Reifeprozess und Bewertungsdruck
Der Markt beurteilt hohe Ausgaben für künstliche Intelligenz zunehmend kritisch und verlangt belastbare Umsätze statt reiner Investitionsankündigungen, so die Strategen um Emmanuel Cau.
Cau identifiziert viele Brandherde am Aktienmarkt und äußert sich zurückhaltend mit „das Beste liegt vielleicht hinter uns“ in Bezug auf die Marktchancen. Zusätzlicher Gegenwind kommt von makroökonomischer Seite durch zähe US-Inflationsdaten und gestiegene Ölpreise im Zuge der Spannungen im Nahen Osten. Gleichzeitig stiegen die Refinanzierungskosten für kapitalintensive Infrastrukturprojekte, was Barclays zu Herabstufungen bei Hardware-Ausrüstern wie Dell Technologies, Hewlett Packard Enterprise und NetApp veranlasste.
CoreWeave macht Boden gut – Goldman Sachs sagt „Kaufen“
Dennoch zeigen KI-Werte zum Wochenstart eine gute Resilienz. Am stärksten springt im vorbörslichen Geschäft am Montag die CoreWeave-Aktie an. Bei dem Prügelknaben der Vorwoche geht es um 7 % auf 65,68 USD nach oben. In der zweiten Oktoberwoche hatte CoreWeave mit 25 % die Rangliste der Verlierer angeführt.
Das Unternehmen hat eine langfristige Partnerschaft mit AdaniConneX vereinbart, um in Indien seine ersten KI-Rechenzentren aufzubauen. Am Standort Navi Mumbai sind zunächst drei Gebäude mit jeweils 80 MW vorgesehen. AdaniConneX ist ein Joint Venture der indischen Adani Group mit dem Rechenzentrumsentwickler EdgeConneX.
Goldman Sachs hat die CoreWeave-Aktie auf „Kaufen“ hochgesetzt und ein Kursziel von 106 USD ausgegeben.
Stützen geben Halt – Meta-Zahlen mit Spannung erwartet
Trotz ihrer skeptischen Markteinschätzung stuft Barclays den jüngsten Kursrutsch im Technologiesektor primär als Positionsbereinigung ein. Der Philadelphia-Semiconductor-Index verlor im Oktober rund 8 %, während der Halbleiter-ETF SOXX um rund 11 % nachgab.
Zu den operativen Stützen der Branche zählen Ausrüster und Chiphersteller wie ASML und TSMC, deren jüngste Prognosen eine unverändert hohe Nachfrage nach Hochleistungschips ausweisen. Vorbörslich stützt zudem ein leichtes Nachgeben der US-Anleiherenditen führende Branchenwerte wie Nvidia, Meta Platforms und Microsoft.
Für positive Stimmung könnten in diser Woche die Q3-Zahlen von Meta sorgen. Für den Riesen wird ein Umsatz von 61 bis 64 Mrd. USD und ein operatives Ergebnis im Bereich von 18,3 Mrd. USD erwartet. Neben dem Zahlenwerk erhofft sich die Börse Aufschluß zu Muse, dem neuen KI-Agenten hinsichtlich Nutzung und Kommerzialisierung.
Die wichtigsten Daten auf einen Blick
- iShares Semiconductor ETF (SOXX): Kursverlust von rund 11 % seit Monatsbeginn.
- Philadelphia-Semiconductor-Index (SOX): Wochenminus von etwa 8 %.
- Rohöl (Brent): Notierung über der Marke von 100 USD je Barrel.
- Barclays-Gewinnprognose Europa: erwartetes Gewinnwachstum von 16 % für das Gesamtjahr.
- Goldman Sach stellt CoreWeave auf Kaufen: Kursziel 106 USD
Einordnung für Anleger
Der KI-Boom tritt in eine anspruchsvollere Reifephase ein, in der reine Investitionsversprechen nicht mehr für Kursgewinne ausreichen. Angesichts hoher Zinsen und makroökonomischer Risiken müssen die Technologiekonzerne nun belegen, dass die immensen Ausgaben zeitnah in belastbare Umsätze und freie Cashflows münden.
Die Volatilität im KI-Sektor hat erheblich zugenommen. Solange fundamentale Schwergewichte wie TSMC und ASML eine intakte Nachfrage nach Spitzenchips signalisieren, bleibt der jüngste Rücksetzer im Halbleitersektor jedoch primär eine gesunde Bewertungsbereinigung. Cashlow Profi bleibt bei TSMC, ASML und Meta investiert; detaillierte Ein- und Ausstiegs-Setups gibt es im Börsenbrief.
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Allgemeiner Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wertpapiere und andere Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden.

