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LENZ streicht 75 % der Stellen, wechselt den CEO und zahlt Bleibeboni

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Das US-Biotech-Unternehmen LENZ Therapeutics reagiert auf anhaltende Verluste mit einem drastischen Sparkurs und streicht rund 75 % seiner Belegschaft. Nach dem massiven Kursverfall seit Jahresbeginn verlässt zudem der langjährige Vorstandschef das Unternehmen, während verbleibende Führungskräfte Bleibeboni erhalten.

Radikaler Personalabbau und Wechsel an der Spitze

Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom 28. Oktober 2026 verbleiben nach der Entlassung von rund 75 % der Belegschaft lediglich noch etwa 40 Vollzeitbeschäftigte. Der scheidende Vorstandschef Evert Schimmelpennink übergibt seinen Posten zum 1. Dezember 2026 an Finanzchef Dan Chevallard, der die Führung als Interims-CEO übernimmt.

Für die Trennung von Schimmelpennink wird eine Abfindung von rund 731.400 USD fällig. Gleichzeitig sicherte das Unternehmen Schlüsselmanagern Bleibeprämien in Höhe von 75 % ihres Jahreszielbonus zu, die zur Hälfte in bar und zur Hälfte in aktienbasierten Vergütungen ausgezahlt werden.

Schwenk zum Direktvertrieb soll Kosten halbieren

Der Einschnitt erfolgt trotz eines operativen Verkaufsanstiegs der Augentropfen VIZZ, die im dritten Quartal 2026 einen Produkterlös von 2,6 Mio. USD erzielten. Dem stand jedoch ein Quartalsverlust von 31,0 Mio. USD gegenüber, da hohe Marketing- und Vertriebskosten die Kasse belasteten.

Durch die Neuausrichtung auf kostengünstigere digitale Kanäle und Telemedizin sollen die annualisierten Betriebsausgaben 2027 um mehr als 50 % auf 70 bis 75 Mio. USD sinken. Für den Stellenabbau rechnet das Management im vierten Quartal 2026 mit einmaligen Restrukturierungsaufwendungen von rund 5 Mio. USD.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • Stellenabbau: Kürzung der Belegschaft um rund 75 % auf etwa 40 Mitarbeiter.
  • Führungswechsel: CEO Evert Schimmelpennink tritt zum 1. Dezember 2026 ab; CFO Dan Chevallard übernimmt interimistisch.
  • Restrukturierungskosten: Einmalige Belastungen von circa 5 Mio. USD im vierten Quartal 2026.
  • Kostenziel 2027: Reduzierung der Betriebsausgaben um über 50 % auf 70 bis 75 Mio. USD.
  • Quartalsergebnis Q3 2026: Nettoverlust von 31,0 Mio. USD bei 2,6 Mio. USD Produkterlös für VIZZ.

Einordnung für Anleger

Der radikale Stellenabbau und der Führungswechsel unterstreichen den enormen Druck, unter dem LENZ Therapeutics nach den anhaltend hohen Verlusten steht. Zwar soll der Schwenk zum digitalen Vertrieb die Betriebsausgaben ab 2027 mehr als halbieren, doch kurzfristig belasten Restrukturierungskosten und Boni die Bilanz weiter.

Entscheidend für eine nachhaltige Stabilisierung wird sein, ob das Unternehmen die Produkterlöse für VIZZ auch mit einer drastisch verkleinerten Organisation wie erhofft steigern kann.

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