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Lilly schlägt Ozempic: Dreifach-Wirkstoff setzt Novo Nordisk unter Druck

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Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat am Mittwoch die Ergebnisse der direkten Phase-3-Vergleichsstudie TRANSCEND-T2D-2 vorgelegt und Novo Nordisks Blockbuster Ozempic geschlagen. Lillys neuer Wirkstoffkandidat Retatrutid erzielte bei Patienten mit Typ-2-Diabetes über 80 Wochen mehr als den doppelten Gewichtsverlust und eine stärkere Blutzuckersenkung als das dänische Konkurrenzmittel.

Klare Überlegenheit bei Gewicht und Blutzucker

In der klinischen Studie mit rund 1.300 Erwachsenen verglich Lilly zwei Dosierungen von Retatrutid (9 mg und 12 mg) mit der maximal zugelassenen Ozempic-Dosis von 2 mg. Unter der Höchstdosis von Retatrutid verloren die Teilnehmer durchschnittlich 20,9 % ihres Körpergewichts, während Patienten unter Ozempic ein Minus von 9,4 % verzeichneten.

Auch beim primären Studienendpunkt, der Senkung des Blutzucker-Langzeitwerts HbA1c, setzte sich das US-Präparat mit einem Rückgang um 2,2 Prozentpunkte gegen 1,8 Prozentpunkte bei Ozempic durch. Zudem verbesserten sich kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Cholesterinwerte und Blutdruck unter Lillys Kandidaten deutlicher.

Dreifach-Wirkstoff setzt Novo Nordisk unter Zugzwang

Retatrutid aktiviert als sogenannter Dreifach-Rezeptoragonist gleichzeitig die Rezeptoren für GLP-1, GIP und Glukagon. Diese Wirkstoffkombination bremst den Appetit und kurbelt den Energieverbrauch an.

Novo Nordisks Ozempic basiert ausschließlich auf dem Hormon GLP-1, weshalb der dänische Konzern im direkten Wirkungsvergleich zurückfällt. Die stärkere Wirkung forderte in der Studie jedoch ihren Tribut: Bei der 12-mg-Dosis von Retatrutid brachen 7,9 % der Patienten die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab, verglichen mit 2,7 % unter Ozempic.

Eli Lilly plant, die Zulassungsunterlagen für das neue Medikament Anfang 2027 bei der US-Gesundheitsbehörde FDA einzureichen. Damit baut der Konzern seine Marktposition im Bereich kardiometaboler Erkrankungen weiter aus.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick

  • Gewichtsverlust (12 mg Retatrutid): 20,9 % nach 80 Wochen (Ozempic: 9,4 %)
  • HbA1c-Senkung: 2,2 Prozentpunkte bei Retatrutid gegenüber 1,8 Prozentpunkten bei Ozempic
  • Studienteilnehmer: Rund 1.300 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes in Phase 3
  • Studienabbrüche durch Nebenwirkungen: 7,9 % bei Retatrutid (12 mg) vs. 2,7 % bei Ozempic
  • Geplante Einreichung bei der US-Behörde FDA: Anfang 2027

Einordnung für Anleger

Mit den überlegenen Studiendaten zu Retatrutid untermauert Eli Lilly seine Führungsansprüche im lukrativen Markt für kardiometabolische Erkrankungen und setzt Erzrivale Novo Nordisk spürbar unter Zugzwang. Bis zur geplanten FDA-Einreichung Anfang 2027 bleibt die höhere Abbruchquote durch Nebenwirkungen allerdings der zentrale Risikofaktor, den Anleger im Blick behalten müssen. Der CP-Score fällt mit 68 von 100 Punkten solide aus und unterstreicht die robuste Aufstellung des US-Pharmakonzerns.

Der Cashflow Profi favorisiert derzeit Eli Lilly gegenüber Novo Nordisk, ist aktuell in den Pharmawert jedoch nicht investiert.

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