SpaceX explodiert nach IPO: Jetzt noch einsteigen?
SpaceX (SPCX) ist nach dem IPO zur wahrscheinlich heißesten Aktie der Welt geworden. Der Ausgabepreis lag bei 135 USD, inzwischen steht die Aktie bei rund 201 USD und zeitweise sogar darüber. Damit bringt SpaceX bereits rund 2,7 Bio. USD auf die Börsenwaage und ist teurer als Amazon. Das Problem ist nur: Die Bewertung ist der Realität weit vorausgelaufen.
Im Jahr 2025 erzielte SpaceX rund 18,7 Mrd. USD Umsatz. Gleichzeitig stand unter dem Strich ein Nettoverlust von knapp 5 Mrd. USD. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 2,7 Bio. USD liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei etwa 142. Das ist kein normales Bewertungsniveau mehr. Das ist pure Zukunftsmusik.
Doch was muss passieren, damit SpaceX in diese Bewertung hineinwächst?
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Starlink muss zum globalen Cashflow-Motor werden
Das wichtigste Geschäft von SpaceX ist nicht die Rakete. Es ist Starlink.
Starlink steht inzwischen für rund 60 % des Konzernumsatzes und zählt mehr als 10 Mio. Nutzer. Damit ist SpaceX längst mehr als ein Raumfahrtunternehmen. Es baut eine globale Kommunikationsinfrastruktur auf, die private Haushalte, Unternehmen, Schiffe, Flugzeuge, Militärs und Staaten verbinden kann.
Für die Bewertung ist das entscheidend. Denn Starlink ist der Bereich, der echte wiederkehrende Umsätze liefern kann. Wenn SpaceX hier weiter skaliert, die Netzabdeckung verbessert und vor allem im Geschäft mit Unternehmen, Staaten und Verteidigungskunden wächst, kann daraus ein sehr starker Cashflow-Motor werden.
Das muss aber auch passieren. Denn die Raumfahrtprogramme, Starship, neue Satelliten, KI-Rechenzentren und Infrastruktur verschlingen enorme Summen. Ohne dauerhaft starke Starlink-Cashflows bleibt die Bewertung schwer zu rechtfertigen.

Die neuen KI-Deals geben der Fantasie neue Nahrung
Noch spannender ist der neue KI- und Compute-Bereich.
SpaceX hat zuletzt große Vereinbarungen mit Google und Anthropic gemeldet. Google soll ab Oktober 2026 rund 920 Mio. USD pro Monat für Rechenkapazitäten zahlen. Anthropic nutzt große Teile der Colossus-Infrastruktur. Zusammen kommen diese Verträge auf rund 26 Mrd. USD annualisierte Umsätze.
Das ist gewaltig. Zum Vergleich: SpaceX machte 2025 insgesamt nur rund 18,7 Mrd. USD Umsatz. Allein diese Compute-Verträge könnten die Umsatzbasis also deutlich verändern, sofern sie wie geplant anlaufen und gehalten werden.
Hier liegt ein möglicher Wendepunkt. SpaceX wäre dann nicht mehr nur ein Anbieter von Raketenstarts und Satelliteninternet, sondern auch ein Anbieter kritischer KI-Infrastruktur. Diese Kombination aus Weltraum, Kommunikation und KI ist der Grund, warum Anleger bereit sind, extrem hohe Bewertungen zu zahlen.
Aber auch hier gilt: Die Verträge müssen umgesetzt werden. Rechenzentren, GPUs, Energieversorgung, Kühlung und Betrieb sind kapitalintensiv. Der Markt bezahlt heute schon für den Erfolg, bevor dieser in der Gewinn- und Verlustrechnung wirklich sichtbar ist.
Starship bleibt der große Hebel für die nächsten Jahre
Der dritte große Baustein ist Starship.
Wenn Starship zuverlässig und regelmäßig fliegt, kann SpaceX die Transportkosten in den Orbit massiv senken. Das wäre ein echter Durchbruch. Dann könnten größere Satellitenkonstellationen, Weltraum-Infrastruktur, Mondmissionen und langfristig auch kommerzielle Deep-Space-Projekte wirtschaftlich deutlich realistischer werden.
Noch ist Starship aber vor allem ein Versprechen. Die Rakete muss aus dem Entwicklungsmodus herauskommen und zum verlässlichen Arbeitspferd werden. Erst wenn regelmäßige Starts gelingen, kann SpaceX die enorme operative Hebelwirkung wirklich ausspielen.
Für die Aktie ist das entscheidend. Denn ein großer Teil der heutigen Bewertung hängt nicht am bestehenden Geschäft, sondern an der Idee, dass SpaceX in den kommenden Jahren völlig neue Märkte erschließt. Diese Fantasie ist stark. Sie ist aber auch riskant.
Großartiges Unternehmen, aber keine Aktie zum Hinterherlaufen
SpaceX gehört für mich auf jede Watchlist. Das Unternehmen kann in den kommenden Jahren in seine Bewertung hineinwachsen, wenn Starlink weiter skaliert, die Compute-Deals umgesetzt werden und Starship zur Routine wird.
Auf dem aktuellen Niveau bezahlt man bereits sehr viel Zukunft im Voraus. Ich werde der Aktie daher nicht blind hinterherlaufen und geduldig abwarten, bis sich attraktivere Einstiegskurse ergeben.
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