Vorsicht, Bullenfalle! Die 5 fatalsten Fehler im reifen Bullenmarkt
Die Euphorie an der Börse hat zuletzt sichtbar zugenommen. Besonders zeigt sich das in einschlägigen Internetforen und auf Social Media.
Dort reden viele fast nur noch über Kursziele, Momentum und die nächste Aktie, die angeblich „explodieren“ muss. Depots bestehen fast nur noch aus Tech-Aktien. Hebelzertifikate gelten plötzlich als unverzichtbar.
Das ist eine gefährliche Entwicklung, die sich in späten Phasen eines Bullenmarktes immer wieder zeigt. Solange die Kurse steigen, sehen viele Depots gut aus. Erst wenn der Markt dreht, zeigt sich, welche Strategie wirklich trägt. Oder um es mit den Worten von Warren Buffett zu sagen: „Man sieht erst bei Ebbe, wer nackt schwimmen geht.“
Ich möchte, dass du als Teil meiner Newsletter-Community nicht diese Fehler begehst. Deshalb zeige ich dir heute fünf typische Denkfehler in einem reifen Bullenmarkt und wie ich unsere Premium-Depots dagegen schütze.

Fehler Nummer 1: Blind am Hoch investieren
Der erste Fehler entsteht aus dem Gefühl, etwas zu verpassen. Die Kurse steigen, überall werden dieselben Aktien gefeiert, und irgendwann wirkt es so, als müsse man nur noch schnell aufspringen.
Das ist ein gefährliches Spiel. Wer in die größte Euphorie hinein kauft, bezahlt oft nicht mehr für Substanz, sondern für Erwartungen, die bereits im Kurs stecken. Dann reicht es nicht, dass ein Unternehmen gut ist. Es muss die hohen Erwartungen auch dauerhaft übertreffen.
Ich kaufe deshalb nicht blind am Hoch, sondern warte geduldig, bis Geschäftsmodell, Fundamentaldaten und Bewertung zusammenpassen. Häufig warte ich dabei eine Konsolidierung ab. Erst dann wird aus einer guten Aktie auch wieder ein interessanter Einstieg.
Dieses Vorgehen habe ich in meinem letzten Newsletter anhand von AMD und Cisco gezeigt. Hier kannst Du ihn nochmal lesen.
Fehler Nummer 2: Keine Cashreserven halten
Der zweite Fehler ist der Versuch, immer voll investiert zu sein. In steigenden Märkten wirkt Cash schnell wie verschenkte Rendite. In schwachen Marktphasen ist es aber genau die Liquidität, die dir Handlungsfreiheit gibt.
Für mich ist Cash eine notwendige Munition. Wer in einer Korrektur liquide ist, kann gute Aktien zu attraktiveren Kursen kaufen. Wer dauerhaft voll investiert ist, schaut oft nur zu.
In unserem Cashflow-Depot lagen die durchschnittlichen Bargeldreserven seit der Auflegung im September 2023 zwischen 15 % und 25 %. In Korrekturphasen habe ich diese Reserven eingesetzt, bei Erholungen wieder aufgebaut. Das Ergebnis: eine Rendite von 55 % bei einem maximalen Drawdown von nur 10 %.
Das dividendenstarke Cashflow-Depot kannst du über den Premiumbrief verfolgen oder zunächst hier 3 Monate lang testen.

Fehler Nummer 3: Jeden Rücksetzer kaufen
Der dritte Fehler klingt zunächst vernünftig: Fällt eine Aktie, kaufen Anleger einfach nach, um ihren Einstandskurs zu reduzieren. Allerdings ist nicht jeder Kursrückgang automatisch eine Chance.
Manchmal fällt eine Aktie aus gutem Grund. Das Geschäftsmodell verliert an Stärke, neue Wettbewerber greifen an, das Management enttäuscht oder die Aktie war vorher schlicht zu teuer. Wer dann ohne Prüfung nachkauft, macht aus einem kleinen Fehler schnell eine große Depotposition.
Ich prüfe deshalb bei deutlichen Rücksetzern immer den Investmentcase. Stimmt die ursprüngliche Annahme noch? Entwickelt sich das Unternehmen operativ weiter in die richtige Richtung? Ist die Bewertung nach dem Rückgang wirklich attraktiver?
Wenn der Investmentcase intakt ist, kann ein Nachkauf sinnvoll sein. Wenn er nicht mehr trägt, verkaufe ich konsequent und investiere das Kapital lieber in bessere Chancen. An der Börse ist es oft teurer, an einer alten These festzuhalten, als einen Fehler rechtzeitig zu korrigieren.
Fehler Nummer 4: Kein Risikomanagement
Der vierte Fehler ist der weitgehende Verzicht auf Risikomanagement. Viele kümmern sich erst um Absicherung, wenn die Kurse bereits deutlich gefallen sind. Dann ist es oft zu spät, um noch ruhig zu handeln.
Für mich beginnt Risikomanagement bereits bei der Cashquote, der Positionsgröße und der Branchengewichtung: Ein guter Mix aus defensiven Dividendenwerten und offensiveren Wachstumsaktien sorgt dafür, dass das Depot nicht von einem einzigen Szenario abhängig ist.
Zusätzlich habe ich für meine Premiumleser im Dashboard mehrere Risikomanagement-Tools eingeführt: darunter den Cashflow-Profi-Indikator und die Optionsampel. Beide helfen dabei, Marktphasen besser einzuordnen und nicht nur aus dem Bauch heraus zu handeln. Das Feedback darauf ist überwältigend, weil viele unserer Premium-Leser dadurch deutlich mehr Orientierung bekommen.

Fehler Nummer 5: Optionen falsch nutzen
Viele Anleger verzichten komplett auf Optionen, weil sie diese pauschal für zu gefährlich halten. Andere nutzen sie als reines Spekulationsinstrument und kaufen einfache Puts oder Calls in der Hoffnung auf schnelle Gewinne. Beides halte ich für falsch.
Richtig eingesetzt sind Optionen ein starkes Werkzeug, um regelmäßige Erträge zu erzielen, Einstiegskurse zu verbessern und bestehende Positionen gezielt abzusichern. Besonders interessant sind gedeckte Calls: Du besitzt eine Aktie und verkaufst darauf eine Call-Option. Dafür erhältst du eine Prämie, die zusätzlichen Cashflow bringt und kleinere Rücksetzer abfedern kann, ohne dass dein Risiko steigt.
Eine weitere Möglichkeit ist der sogenannte Bear Put Spread, bei dem ein gekaufter Put durch einen verkauften Put teilweise finanziert wird. Ein konkretes Beispiel findest du in diesem Beitrag. Dadurch sinken die Kosten der Absicherung deutlich. Gleichzeitig bleibt die Strategie klar planbar, weil Risiko, Einsatz und möglicher Gewinn von Anfang an feststehen.
Mehr dazu gibt es in meinem optionsbasierten Stillhalter-Depot, das Du zunächst hier 3 Monate lang testen kannst.
Was kannst du daraus mitnehmen?
Du musst einem reifen Bullenmarkt nicht aus dem Weg gehen. Aber du solltest ihn auch nicht mit einer risikolosen Einbahnstraße verwechseln.
Gerade wenn die Stimmung sehr gut ist, braucht es klare Regeln. Ich kaufe nicht blind am Hoch, halte bewusst Cashreserven, prüfe bei Rücksetzern den Investmentcase und nutze bei Bedarf Absicherungsinstrumente. So bleibe ich handlungsfähig, auch wenn die Volatilität zurückkehrt.
Wenn du sehen möchtest, wie ich diese Regeln in der Praxis umsetze, dann schau dir meinen Premiumbrief an. Dort zeige ich dir laufend, welche Aktien ich kaufe, welche Positionen ich reduziere, wie ich Cashquoten steuere und wie ich Optionen im Stillhalter-Depot zur Ertragsoptimierung und Absicherung einsetze.
Dieser Beitrag hat einen Kommentar
Starker Beitrag, Emil!
Was das Halten einer Cashreserve angeht, bin ich allerdings anderer Meinung. Emil vertritt die – weit verbreitete – Auffassung, dass man damit in Korrekturphasen günstig Aktien shoppen kann. Meiner Erfahrung nach klappt das aber in der Praxis weniger gut als in der Theorie. Und… es fehlt völlig der Faktor, dass eine hohe Cashquote in Bullenmärkten viel Renditepotenzial ungenutzt liegen lässt – und deshalb unterm Strich mehr Geld kostet, als vermeintliches Bottom-Fishing nachher einbringt. Daher bin ich immer voll investiert!
Wer genau(er) verstehen will, bekommt in dieser Ausgabe von „Kissigs Kunstfehler“ seine Chance…
https://www.intelligent-investieren.net/2019/05/ist-eine-hohe-cash-quote-fur-gunstige.html