TSMC: War es das jetzt mit der Rally?

Taiwan Semiconductor (TSMC) ist nicht nur eine der ersten Aktien, die ich zur Auflegung des Cashflow-Depots gekauft habe. Der Titel ist mit einem Kursplus von knapp 350 % bislang auch einer der stärksten Performer in diesem Depot.

Nach der jüngsten Schwäche stellt sich jedoch die Frage, ob die Rally ausläuft, oder dies lediglich eine kurze Verschnaufpause vor weiterem Anstieg ist.

Hinweis: Wenn Du eine weitere Premium-Analyse zu unseren Favoriten erhalten willst, dann melde dich hier kostenlos für den Newsletter von Cashflow Profi an.

Die Meta-Meldung trifft TSMC nur am Rand

Auslöser der jüngsten Anlegernervosität im Chipmarkt ist die Meldung, dass Meta überschüssige KI-Rechenkapazität über ein eigenes Cloud-Angebot vermarkten könnte. Der Markt machte daraus sofort eine größere Sorge: Vielleicht wurde im KI-Boom zu viel gebaut.

Für einzelne Aktien kann dieser Gedanke kurzfristig reichen, um Druck auszulösen. Bei TSMC greift mir diese Interpretation aber zu kurz. Wenn ein großer Tech-Konzern freie Kapazitäten besser auslasten will, ist das noch kein Beweis für ein Ende der Halbleiternachfrage.

Im Gegenteil: Es zeigt eher, dass Rechenleistung selbst zu einer handelbaren Ressource wird. Ob ein Konzern die Kapazität intern nutzt oder extern vermarktet, ändert wenig an der technischen Basis. Moderne Rechenleistung braucht weiterhin führende Fertigungsverfahren, schnelle Speicheranbindungen und leistungsfähiges Packaging. An diesen Stellen sitzt TSMC.

Die Nachfrage bleibt stark

Die jüngsten Aussagen des Managements sprechen nicht für eine Überkapazitätskrise. TSMC-Chef C.C. Wei bezeichnete die KI-bezogene Nachfrage bei der Vorlage der Quartalszahlen weiterhin als äußerst robust.

Auch die großen Cloud-Anbieter senden TSMC nach Angaben des Managements weiterhin kräftige und positive Nachfragesignale. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern inzwischen ein Umsatzwachstum von etwas mehr als 40 % in US-Dollar.

Das ist ein wichtiger Punkt. TSMC würde seine Prognose kaum anheben, wenn sich bei den wichtigsten Kunden bereits eine deutliche Investitionszurückhaltung abzeichnen würde. Das Unternehmen befindet sich weiterhin in einer starken Markt- und Verhandlungsposition.

Die neuen Quartalszahlen bestätigen diese Einschätzung. Im zweiten Quartal erzielte TSMC einen Umsatz von 40,2 Mrd. USD. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von 33,7 %. Im Vergleich zum ersten Quartal legten die Einnahmen um 12,0 % zu.

Noch stärker entwickelte sich der Gewinn. Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 77,4 % auf 706,6 Mrd. TWD. Die Bruttomarge erreichte 67,7 %, die operative Marge 60,3 % und die Nettomarge 55,6 %.

Bemerkenswert ist auch die Zusammensetzung der Umsätze. Bereits 77 % der Wafer-Umsätze entfielen auf Fertigungsverfahren mit 7 nm oder kleiner. Die neue 2-nm-Technologie steuerte erstmals 3 % bei. Weitere 30 % kamen aus der 3-nm- und 33 % aus der 5-nm-Fertigung.

Für das dritte Quartal erwartet TSMC einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Mrd. USD. Am Mittelpunkt der Prognose wäre das ein weiterer Anstieg von rund 12 % gegenüber dem zweiten Quartal und rund 37 % gegenüber dem Vorjahr. Das ist kein Bild eines Unternehmens, das plötzlich vor leeren Auftragsbüchern steht.

TSMC baut nicht ins Blaue hinein

Besonders wichtig ist der Blick auf die laufenden Kapazitätserweiterungen. TSMC baut seine Fertigung nicht wahllos aus. Der Schwerpunkt liegt auf den Technologien, die für die nächste Chipgeneration entscheidend sind.

Dazu gehören 2 Nanometer, A16 und Advanced Packaging. Die Kapazität für 2 nm und A16 soll von 2026 bis 2028 stark steigen. Gleichzeitig wird CoWoS weiter ausgebaut. Diese Verpackungstechnologie ist für viele KI-Beschleuniger entscheidend, weil Rechenchips und Speicher extrem eng zusammenarbeiten müssen.

Dass die 2-nm-Technologie bereits im zweiten Quartal 3 % der Wafer-Umsätze ausmachte und im dritten Quartal deutlich hochgefahren werden soll, zeigt, dass TSMC nicht nur für eine weit entfernte Zukunft investiert. Die neue Fertigung trägt bereits zum laufenden Geschäft bei.

Das ist für TSMC ein wichtiger Ertragshebel. Der Konzern verdient nicht nur an immer feineren Strukturbreiten. Er verdient auch an der Integration ganzer Chip-Systeme. Je komplexer KI-Chips werden, desto stärker verschiebt sich der Wert in Richtung Fertigungsqualität, Packaging und Systemintegration.

Auch die internationale Expansion geht weiter. In Arizona läuft die erste Fabrik bereits. Für den Standort ist zudem ein Advanced-Packaging-Werk geplant. Japan wird mit 3-nm-Produktion aufgewertet. In Deutschland entsteht parallel eine weitere Fabrik für Spezialtechnologien. Das reduziert langfristig politische Abhängigkeiten und bringt TSMC näher an wichtige Kundenregionen.

KI verbessert sogar die eigene Fertigung

Ein spannender Punkt kommt inzwischen aus einer anderen Richtung. TSMC nutzt Nvidia-Technologie nicht nur als Fertiger für KI-Chips, sondern auch in der eigenen Produktion. Dabei geht es um Lithografie, Prozesssimulation, Anlagensteuerung, virtuelle Fabrikplanung und automatische Fehlererkennung.

Das klingt technisch, kann aber große Wirkung haben. Je kleiner die Strukturen werden, desto wichtiger sind Ausbeute, Zykluszeit und Fehlervermeidung. Wenn TSMC mit KI-gestützter Fertigung schneller lernt, stabiler produziert und Ausschuss reduziert, verstärkt sich der Vorsprung gegenüber Wettbewerbern zusätzlich.

Das ist für mich ein unterschätzter Punkt. KI ist für TSMC nicht nur ein Absatztreiber. KI wird auch zum Werkzeug, um die eigene Fertigung besser zu machen.

🔓 Dieser Abschintt ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar

Registriere Dich kostenlos bei Cashflow Profi, um den Artikel zu Ende zu lesen. Mit einer konkreten Einschätzung, ob TSMC aktuell ein Kauf ist.

Jetzt kostenlos registrieren

Du bist bereits Mitglied? Dann hier anmelden und weiterlesen

Anmelden
   

Die TSMC-Aktie befindet sich im Cashflow-Depot von Cashflow Profi und kommt dort auf ein Plus von 350 %. Das Depot kannst du über den Premiumbrief verfolgen oder zunächst 3 Monate lang hier testen.

Newsletter abonnieren

Teilen

Schreibe einen Kommentar