Optionen · Strategie
Short Call einfach erklärt: Prämie kassieren, Risiko verstehen
Beim Short Call verkaufst Du eine Kaufoption und kassierst dafür sofort eine Prämie. Der maximale Gewinn ist begrenzt – das Risiko eines ungedeckten Calls dagegen nicht.
Ergebnis am Verfallstag
Payoff-Diagramm
Was ist ein Short Call?
Bei einem Short Call trittst Du als Verkäufer einer Call-Option auf. Du verpflichtest Dich, den Basiswert zum Strike zu liefern, falls der Käufer sein Recht ausübt. Dafür erhältst Du die Optionsprämie.
Bleibt die Aktie unter dem Strike, kann der Call wertlos verfallen und die vereinnahmte Prämie bleibt vollständig bei Dir. Steigt die Aktie dagegen stark, wächst die Verpflichtung des Verkäufers – und bei einem ungedeckten Short Call theoretisch auch der Verlust.
So ist die Strategie aufgebaut
- einen Call verkaufen
- Prämie vereinnahmen
- Strike und Laufzeit festlegen
- bei ungedeckter Position ausreichende Margin berücksichtigen
Konkretes Beispiel
Eine Aktie notiert bei 100 US-Dollar. Du verkaufst einen Call mit Strike 105 für 2,50 US-Dollar. Du erhältst 250 US-Dollar Prämie. Bleibt die Aktie am Verfallstag bei 105 US-Dollar oder darunter, ist die Prämie Dein maximaler Gewinn. Steigt sie auf 120 US-Dollar, beträgt der innere Wert 15 US-Dollar; nach der Prämie liegt der Verlust bei 12,50 US-Dollar je Aktie.
Gewinn, Verlust und Break-even
Der maximale Gewinn entspricht der vereinnahmten Prämie. Der Break-even liegt beim Strike plus Prämie, im Beispiel also bei 107,50 US-Dollar. Oberhalb davon steigt der Verlust mit jedem weiteren Dollar Kursanstieg. Ein ungedeckter Short Call besitzt deshalb theoretisch unbegrenztes Risiko.
Wann kann die Strategie sinnvoll sein?
Die Strategie passt nur zu einer neutralen bis bärischen Erwartung und sollte ohne Deckung nur von erfahrenen Optionshändlern eingesetzt werden. Für Privatanleger ist ein Bear Call Spread oft die klarer begrenzte Alternative.
Die wichtigsten Risiken
Neben dem theoretisch unbegrenzten Kursrisiko spielen Margin-Anforderungen und mögliche vorzeitige Zuteilungen eine wichtige Rolle. Besonders problematisch können starke Kurssprünge sein, weil der Verlust schneller wächst als die ursprünglich vereinnahmte Prämie.
Merksatz: Beim ungedeckten Short Call ist die Prämie klein und begrenzt – das mögliche Risiko dagegen offen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zum Covered Call?
Beim Covered Call besitzt Du die Aktien, die bei einer Ausübung geliefert werden müssten. Beim ungedeckten Short Call fehlt diese Deckung.
Kann ein Short Call vorzeitig zugeteilt werden?
Ja. Bei amerikanischen Aktienoptionen ist eine Ausübung grundsätzlich vor dem Verfall möglich, beispielsweise rund um Dividendentermine.
Strategie selbst durchrechnen
Im Options-Simulator kannst Du Strikes, Prämien und Laufzeiten verändern und den Payoff direkt vergleichen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Optionen sind komplexe Finanzinstrumente und können zu erheblichen Verlusten führen.

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