Optionen · Strategie
Call Calendar Spread einfach erklärt: Mit Zeitwert arbeiten
Der Call Calendar Spread kombiniert zwei Calls am selben Strike, aber mit unterschiedlichen Laufzeiten. Genau dieser Zeitunterschied macht die Strategie besonders.
Ergebnis am Verfallstag
Payoff-Diagramm
Was ist ein Call Calendar Spread?
Du kaufst einen länger laufenden Call und verkaufst einen kürzer laufenden Call mit demselben Strike. Der kurzfristige Call verliert schneller Zeitwert, während der Long Call nach dessen Verfall noch Restlaufzeit besitzt.
Deshalb lässt sich der Payoff am ersten Verfall nicht nur aus innerem Wert berechnen. Der verbleibende Zeitwert des Long Calls muss modelliert oder am Markt beobachtet werden.
So ist die Strategie aufgebaut
- Long Call mit längerer Laufzeit
- Short Call mit kürzerer Laufzeit
- gleicher Strike
- gleicher Basiswert
Konkretes Beispiel
Die Aktie steht bei 100 US-Dollar. Du kaufst einen 100er Call mit 90 Tagen Restlaufzeit und verkaufst einen 100er Call mit 30 Tagen Restlaufzeit. Wenn der Short Call verfällt, besitzt der Long Call noch rund 60 Tage Zeitwert.
Warum der Calendar ein Zeitwertmodell braucht
Der kurzfristige Call wird am ersten Verfall über seinen inneren Wert bestimmt. Der Long Call bleibt aktiv und besitzt Restwert. Unser Simulator schätzt diesen Wert deshalb mit Black-Scholes aus Restlaufzeit, impliziter Volatilität, Zins und Dividendenrendite.
Wann kann die Strategie sinnvoll sein?
Ein Call Calendar passt oft zu einer kurzfristig neutralen bis moderat bullischen Erwartung und zu einem Kurs nahe am gemeinsamen Strike beim ersten Verfall.
Die wichtigsten Risiken
Der Restwert des Long Calls hängt stark von Volatilität und Zeit ab. Fällt die implizite Volatilität deutlich oder bewegt sich der Kurs ungünstig, kann der erwartete Zeitwertvorteil schrumpfen.
Merksatz: Beim Calendar ist nicht nur der Aktienkurs wichtig – der verbleibende Zeitwert der langen Option entscheidet mit.
Häufige Fragen
Warum profitiert ein Calendar oft von höherer Volatilität?
Die länger laufende Option reagiert typischerweise stärker auf Änderungen der impliziten Volatilität als die kurzfristige Short-Option.
Was passiert nach dem ersten Verfall?
Der Short Call endet oder wird vorher geschlossen. Der Long Call kann weiter gehalten, verkauft oder mit einem neuen Short Call kombiniert werden.
Strategie selbst durchrechnen
Im Options-Simulator kannst Du die Eingaben verändern und das Ergebnis direkt vergleichen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Optionen sind komplexe Finanzinstrumente und können zu erheblichen Verlusten führen.

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