Optionen · Strategie
Long Call einfach erklärt: Chancen, Break-even und Risiken
Mit einem Long Call setzt Du mit begrenztem Kapitaleinsatz auf steigende Kurse. Der maximale Verlust ist von Anfang an bekannt, gleichzeitig kann das Gewinnpotenzial deutlich größer sein.
Ergebnis am Verfallstag
Payoff-Diagramm
Was ist ein Long Call?
Ein Long Call ist eine gekaufte Kaufoption. Du zahlst eine Prämie und erhältst dafür das Recht, einen Basiswert bis zum Verfall zu einem festgelegten Ausübungspreis – dem Strike – zu kaufen. Du musst dieses Recht nicht ausüben.
Für den Käufer ist die Struktur leicht verständlich: Fällt oder stagniert die Aktie, ist der Verlust auf die gezahlte Prämie begrenzt. Steigt die Aktie deutlich über Strike und Break-even, wächst der Gewinn mit jedem weiteren Kursanstieg.
So ist die Strategie aufgebaut
- einen Call kaufen
- Strike und Laufzeit festlegen
- Optionsprämie bezahlen
- bei Standard-Aktienoptionen meist 100 Aktien je Kontrakt berücksichtigen
Konkretes Beispiel
Angenommen, eine Aktie steht bei 100 US-Dollar. Du kaufst einen Call mit Strike 100 für 5 US-Dollar je Aktie. Ein Standardkontrakt kostet damit 500 US-Dollar. Steht die Aktie am Verfallstag bei 115 US-Dollar, besitzt der Call 15 US-Dollar inneren Wert. Nach Abzug der gezahlten Prämie bleiben 10 US-Dollar Gewinn je Aktie beziehungsweise 1.000 US-Dollar je Kontrakt.
Gewinn, Verlust und Break-even
Der maximale Verlust entspricht der gezahlten Prämie. Der Break-even liegt am Verfallstag beim Strike plus Prämie – im Beispiel also bei 105 US-Dollar. Oberhalb davon steigt der Gewinn theoretisch unbegrenzt mit dem Aktienkurs. Unterhalb des Strikes kann der Call wertlos verfallen.
Wann kann die Strategie sinnvoll sein?
Ein Long Call passt zu einer klar bullischen Erwartung. Besonders sinnvoll ist er, wenn Du einen deutlichen Kursanstieg erwartest, aber nicht das Kapital für 100 Aktien binden möchtest. Wichtig ist jedoch, dass nicht nur die Richtung stimmt: Der Kurs muss sich ausreichend stark und rechtzeitig bewegen.
Die wichtigsten Risiken
Das größte Risiko ist der vollständige Verlust der Prämie. Zusätzlich wirkt vor dem Verfall der Zeitwert gegen den Käufer. Auch ein richtiger Marktblick kann deshalb zu einem Verlust führen, wenn die Bewegung zu spät kommt oder bereits eine sehr hohe implizite Volatilität in der Prämie steckt.
Merksatz: Ein Long Call braucht nicht nur die richtige Richtung, sondern auch genügend Bewegung innerhalb der vorhandenen Laufzeit.
Häufige Fragen
Ist der Verlust beim Long Call begrenzt?
Ja. Als Käufer kannst Du maximal die gezahlte Optionsprämie verlieren. Es gibt keine Nachschusspflicht aus dem reinen Long Call.
Warum nicht einfach die Aktie kaufen?
Der Call benötigt meist deutlich weniger Kapital und bietet dadurch eine Hebelwirkung. Dafür erhältst Du keine Dividende und die Option besitzt eine begrenzte Laufzeit.
Strategie selbst durchrechnen
Im Options-Simulator kannst Du Strikes, Prämien und Laufzeiten verändern und den Payoff direkt vergleichen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Optionen sind komplexe Finanzinstrumente und können zu erheblichen Verlusten führen.

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